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Prozesse

Prozessauftakt: Angriff mit Samuraischwert und Baseballschläger

In Kassel muss sich seit Mittwoch ein mutmaßlich gewalttätiger Ehemann vor dem Landgericht verantworten. Der 36-Jährige soll seine damalige Frau unter anderem mit einem Samuraischwert und einem Baseballschläger schwer verletzt haben.

Kassel. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Bedrohung.

Eine neun Jahre währende Leidenszeit, so beschrieb das 31-jährige Opfer und ehemalige Frau des Angeklagten ihre Ehe vor der 6. Strafkammer des Gerichts. Streitigkeiten seien schnell eskaliert. "Immer wenn ich ihn beleidigt habe, schlug er mich", sagte die zierliche Frau im Zeugenstand. Ausnahmen habe es nur gegeben, wenn ihr Mann sie zuerst beleidigt hätte.

Konkret ging es um zwei Tatvorwürfe im vergangenen Jahr. Der Angeklagte soll im April 2013 in die Wohnung seiner damals von ihm getrennt lebenden Ehefrau eingedrungen sein, sie geschlagen haben und ihr mit dem Tod gedroht haben. "Er sagte, dass er mich einfach vom Balkon werfen wolle", sagte seine Frau aus, die seit wenigen Wochen von ihm geschieden ist. Ihr Ex-Mann bestritt vor dem Landgericht, am Tattag überhaupt in der Wohnung seiner Frau gewesen zu sein.

Der zweite Vorfall ereignete sich nur zwei Wochen später. Der Mann soll sein Frau während ihrer Nachtschicht in einer Spielhalle aufgesucht haben - bewaffnet mit einem Baseballschläger und einem rund einem Meter langen Samuraischwert. "Ich habe seit der Trennung im Juni 2012 viel getrunken und Kokain genommen - genau wie am Tag des Vorfalls. Daher kann ich mich nicht an Einzelheiten erinnern", ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger erklären.

Das Opfer sagte, ihr Ex-Mann sei regelrecht in die Halle "geschossen", habe sie beschimpft und sofort zweimal mit dem Baseballschläger zugeschlagen. Durch die Treffer am Kopf sei sie benommen zu Boden gefallen. Ein dritter Schlag habe ihren Arm getroffen, den sie schützend vor den Kopf gehalten habe. Erst durch das Eingreifen einer Zeugin sei es dem Opfer gelungen, in die Toilettenräume zu fliehen und sich einzuschließen.

Die Schilderung des Vorfalls vor 15 Monaten ging der Frau immer noch sehr nah, so dass der Prozess kurzzeitig für einige Minuten unterbrochen werden musste. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird am 9. September erwartet.

dpa


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