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Prozesse

Prozess um totes Maintaler Ehepaar

Im Prozess um ein getötetes Ehepaar in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) hat die Verteidigung Freisprüche für die beiden Angeklagten gefordert. Die Anwälte sahen am Dienstag vor dem Landgericht Hanau bei den beiden - Vater und Sohn - Mord beziehungsweise Totschlag als nicht erwiesen an.

Hanau. Den Angeklagten wird vorgeworfen, ein Ehepaar im Streit um Mietrückstände im Juni 2014 getötet zu haben. Sie waren Untermieter auf dem ehemaligen Reiterhof, den die späteren Opfer gepachtet hatten.

Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der 61 Jahre alte Vater die 57-jährige Ehefrau erschossen und der 30 Jahre alte Sohn den ebenfalls 57 Jahre alten Mann mit 17 Messerstichen getötet haben. Die Anklage hatte für den 61-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert und für den Sohn siebeneinhalb Jahre wegen Totschlags.

Der Prozess gegen den Vater und seinen Sohn hatte im März begonnen. Die beiden räumten ein, das Paar getötet zu haben, beriefen sich allerdings auf Notwehr. Der 30-Jährige soll vom Mann des Vermieter-Paares mit einem Messer bedroht worden sein. Sein Vater griff nach Darstellung der Verteidigung in den Kampf ein. Die Frau des Vermieterpaares habe seinen Sohn mit einem Beil attackiert, als der Vater auch von den Hunden des Paares angegriffen wurde, habe er die Schüsse abgefeuert.

Aus Angst, dass ihnen niemand diesen Tatablauf glaube, hätten die beiden nicht die Polizei gerufen, sondern die Spuren zu verwischen versucht, hatten sie während des Prozesses erklärt. Die Leichen wurden rund vier Monate nach der Tat unter einem Misthaufen gefunden.

Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze hatte am Montag dagegen von einem Verdeckungsmord gesprochen. Der 61-jährige Angeklagte habe die Frau erschossen, nachdem sein Sohn ihren Ehemann zuvor mit 17 Messerstichen umgebracht habe.

Das Gericht hatte sich im Mai bei einem Ortstermin sogar selbst ein Bild vom Tatort gemacht. Die beiden Angeklagten waren dabei, schwiegen aber.

"Ich hatte Angst um mein Leben", sagte der 30-jährige Angeklagte in seinem Schlusswort vor Gericht. Reue empfinde er keine, weil die Gewalt des Ehepaares der Auslöser gewesen sei. Sein Vater verzichtete auf letzte Worte vor der Urteilsverkündung.

dpa


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