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Prozess um Grippe-Wirkstoff: Arzt bestreitet Impfungen

Für eine ansehnliche Summe soll ein Mediziner einen nicht zugelassenen Impfstoff an Kindern getestet haben - ohne Wissen der Eltern. Vor Gericht weist er den Vorwurf zurück: Er habe für die Studie lediglich Namen aus seiner Kartei in die Formulare eingesetzt.

Fulda. Weil er an 75 Kindern ohne Wissen der Eltern einen noch nicht zugelassenen Grippe-Impfstoff verabreicht haben soll, muss sich ein 67 Jahre alter Kinderarzt seit Dienstag vor dem Landgericht Fulda verantworten. Dem Mediziner, der in Fulda praktizierte, wird Betrug und Körperverletzung vorgeworfen. Von der Arzneimittelfirma, die das Mittel in einer Studie testen ließ, soll er insgesamt rund 72 800 Euro kassiert haben.

Vor Gericht erklärte der Angeklagte, die Formulare zur Dokumentation der Studie einfach mit Namen aus seiner Patientenkartei ausgefüllt und die Testergebnisse frei erfunden zu haben. Er habe keines der Kinder mit dem Wirkstoff geimpft und deshalb keine Zustimmung der Eltern eingeholt.

Der Kinderarzt hatte einen Vertrag mit dem Pharmaunternehmen unterzeichnet und sich bereit erklärt, in den beiden Grippewellen 2008/2009 und 2009/2010 wissenschaftlich zu testen, wie Kinder auf einen Wirkstoff reagieren, der für Erwachsene bereits zugelassen war. An der Studie waren insgesamt 152 Kinder beteiligt.

Der Staatsanwalt legte Wert auf die Feststellung, dass keinem Kind etwas passiert sei, selbst wenn sie den Impfstoff injiziert bekommen haben sollten. Zwei Mütter sagten im Zeugenstand, von einer Studie hätten sie nichts gewusst. Auch hätten sie keine Dokumente zum Ausfüllen erhalten.

Die Richter konfrontierten den Arzt mit einem Entschuldigungsbrief, den er an die Eltern geschrieben hatte, nachdem der Betrugsvorwurf bekannt geworden war. In dem Schreiben hatte der Mediziner den Eltern versichert, dass der Wirkstoff ungefährlich für die Kinder gewesen sei. Richter und Staatsanwalt fanden es merkwürdig, dass er sich bei den Eltern für etwas rechtfertige, was er angeblich gar nicht getan habe.

Sein Verteidiger erklärte, der Angeklagte sei in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Mit dem Geld aus den gefälschten Tests habe er die Insolvenz seiner Praxis abwenden wollen.

Nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Institutes in Langen (Kreis Offenbach) ist der betreffende Grippe-Impfstoff für Erwachsene zugelassen, wird aber erst für Patienten ab 65 Jahren empfohlen. Für Kinder ist die Zulassung bislang noch nicht erfolgt. Das Landgericht Fulda überlegt, die betroffenen Kinder auf mögliche Spuren des Impfstoffs in ihren Körpern untersuchen zu lassen.

Aufgeflogen war der Betrug, weil das Institut, das die wissenschaftliche Studie überwacht hat, Unstimmigkeiten in den Daten entdeckt hatte. Das Landgericht Fulda hat für den Prozess drei Verhandlungstermine angesetzt. Mit einem Urteil ist am 20. April zu rechnen.

dpa


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