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Polizei

Polizei-Notruf wird zentralisiert: GdP sieht keinerlei Notwendigkeit

Der Polizei-Notruf 110 wird in Hessen zentralisiert. Die Anrufe sollen nur noch bei sieben zentralen Leitstellen eingehen statt wie bisher an 65 Standorten. Das teilte das Innenministerium am Mittwoch in Wiesbaden mit und bestätigte damit einen Bericht des Hessischen Rundfunks.
Ein Smartphone mit der zentralen Notrufnummer 110. Foto: Sophia Weimer/Archiv

Ein Smartphone mit der zentralen Notrufnummer 110. Foto: Sophia Weimer/Archiv

Wiesbaden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht für die Zentralisierung keine Notwendigkeit.

GdP-Landeschef Andreas Grün sprach von einer teuren und "überflüssigen Zentralisierung". Er befürchte, dass die Streifen künftig bei vielen Einsätzen wertvolle Zeit verlieren und verspätet eintreffen werden. Dabei käme es oft auf ein, zwei Minuten an, um etwa einen Täter zu überführen. "Außerdem kostet das zusätzlich Geld." So müsse die nötige Technik angeschafft werden.

"90 Prozent aller Notrufe haben einen örtlichen Bezug", sagte Grün. Einbrüche, Unfälle und Schlägereien nannte er als Beispiele. Den Kollegen in der Region seien die Örtlichkeiten, die aktuelle Verkehrslage, die sozialen Brennpunkte und die Menschen bestens vertraut. "Sie wissen sofort, was zu tun ist und geben das ohne große Zeitverzögerung an die Streife vor Ort weiter." Für größere polizeiliche Lagen sei dieses System kein Nachteil.

Mit der Zentralisierung soll nach Darstellung des Innenministeriums erreicht werden, dass die Leitstellen einen besseren Überblick über aktuelle Notlagen bekommen und so schneller handeln können. Bis zum Jahr 2018 wird die Reform nach Angaben des Ministeriums komplett umgesetzt sein. Im Sommer werde eine Testphase in fünf der sieben Polizeipräsidien beginnen - die liegen in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Fulda, Kassel und Gießen.

Allein in Mittelhessen gehen nach Darstellung Grüns bei 13 Polizeistationen im Schnitt 27 Anrufe pro Stunde ein. Die Bearbeitungsdauer betrage im Durchschnitt zwölf Minuten pro Anruf. Wenn alle Anrufe an einem Platz einliefen, brauche es mehr Personal. So müssten voraussichtlich 60 bis 80 neue Planstellen geschaffen werden, für die woanders Personal abgezogen werden müsse. "Wir kochen aber jetzt schon auf Sparflamme und haben mehr als drei Millionen Überstunden - Blockupy kommt noch dazu."

dpa


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