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Odenwaldschule hält Frist ein - Kreis dennoch nicht zufrieden

Die Odenwaldschule hat zwar fristgerecht Fragen über einen verdächtigen Kinderarzt beantwortet. Die Aufsichtsbehörden sind dennoch nicht zufrieden. Der Landkreis Bergstraße hatte dem Reforminternat bis Freitag 11.00 Uhr Zeit gegeben, Details nachzuliefern zu Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Kinderarzt.
Blick auf die Odenwaldschule.

Blick auf die Odenwaldschule.

© Frank Rumpenhorst/Archiv

Heppenheim. Die offenen Fragen habe die Schule am Donnerstagnachmittag beantwortet, teilte der Kreis am Freitagmorgen mit.

Aus den Antworten gehe hervor, dass es sich "um keinen aktuellen Vorgang handelt". Die Schule hatte dem Kreis zufolge zuvor mehrmals unterschiedliche zeitliche Angaben gemacht. Nun wurde der Zeitraum, in dem Schüler Anschuldigungen gegen den Arzt erhoben hatten, "rückwirkend bis auf 2009 datiert". Die unterschiedlichen Daten stünden "für den unprofessionellen und den Präventionszielen gegenläufigen Umgang" mit den Fragen des Kindeswohls an dieser Schule, rügte der Kreis.

Die Staatsanwaltschaft hatte Vorwürfe geprüft, wonach der Kinderarzt Schüler bei Untersuchungen unangemessen berührt haben soll. Ermittelt wird allerdings nicht gegen den Mediziner. Die Odenwaldschule hatte in diesem Fall bereits in der vergangenen Woche eine erste Frist gesetzt bekommen. Der Landkreis wertete die Antwort aber als unbefriedigend und verlangte Nachbesserungen.

Auch wenn die Frist eingehalten und die Fragen nun beantwortet sind, musste der Kreis am Freitag eingestehen, "dass eine abschließende Bewertung zu den Vorgängen vonseiten der Aufsichtsbehörde nicht möglich ist". Die Schule soll nun einen Bericht vorlegen.

Erst vor wenigen Wochen war das Internat in die Schlagzeilen geraten, weil ein inzwischen entlassener Lehrer den Besitz von Kinderpornos gestanden hatte. In den 60er Jahren hatte es an der Odenwaldschule einen Massenmissbrauch gegeben.

dpa


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