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Prozesse

Mit Cutter-Messer in Hals geschnitten: Prozessauftakt

Mit großen Erinnerungslücken des Angeklagten hat in Kassel der Berufungsprozess um eine fast tödliche Attacke mit einem Cuttermesser begonnen. Der 56 Jahre alte Mann soll seine Ex-Freundin am 7. Februar 2013 in Kassel-Harleshausen zunächst mehrfach mit einem Paket-Scanner geschlagen, sie dann gewürgt und ihr schließlich mit einem Cutter-Messer tief in den Hals geschnitten haben.

Kassel. "Er hat versucht, mir den Hals aufzuschneiden", berichtete das heute 52 Jahre alte Opfer am Dienstag vor dem Landgericht Kassel. Die Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen, noch heute leide sie unter Schmerzen und Angstzuständen. Erst als die damals 50-Jährige sich nicht mehr regte, flüchtete der Mann. "Er hat mich liegen lassen. Er dachte wohl, ich bin tot", sagte sie vor Gericht.

Der Angeklagte sagte, er könne sich an den gesamten Tag nicht erinnern. "Was ich getan habe, das geht ja gar nicht. Ich hätte einen anderen Weg finden müssen. Ich habe keine Erklärung für die Tat", sagte er. Auch die Frau berichtete, dass sich die beiden nach Ende der Beziehung häufiger getroffen und auch am Tattag bei ihr Kaffee getrunken hätten, bevor er plötzlich beim Abschied begonnen habe, sie zu schlagen.

Der Anklage zufolge schrieb der Mann nach der Tat noch einige E-Mails und fuhr schließlich auf der Autobahn 49 gegen einen Brückenpfeiler. Dabei verletzte er sich schwer.

Bereits im Dezember 2013 war der 56-Jährige wegen versuchten Totschlags zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Doch das Opfer legte Revision gegen das Urteil ein. Der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung des Landgerichts auf, weil statt versuchten Totschlags auch ein versuchter Mord aus Heimtücke in Betracht komme. So sieht es auch die Staatsanwaltschaft. Der Mann habe versucht, sein Opfer heimtückisch zu töten, sagte die Staatsanwältin bei der Anklageverlesung. Das Urteil wird für den 24. Februar erwartet.

dpa


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