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Kunst

"Metageometrie" aus Russland: Wiesbaden zeigt Maler Eduard Steinberg

Das Landesmuseum Wiesbaden zeigt zum ersten Mal die wertvolle Schenkung von Bildern des nonkonformistischen russischen Malers Eduard Steinberg (1937-2012). Steinbergs Witwe Galina Manewitsch hatte dem Museum vor zwei Jahren 76 Werke ihres Mannes vermacht, der die Tradition des russischen Konstruktivismus weitergeführt hat.

Wiesbaden. Die Ausstellung "Ost/West. Eduard Steinberg zwischen Moskau und Paris" wird am Freitag (13.3.) eröffnet und läuft bis zum 7. Juni. Weitere Stationen werden Aachen und Prag sein.

Steinberg war Sohn eines Künstlers, den die sowjetischen Behörden auf das Land außerhalb von Moskau verbannt hatten, und begann in den 1960er Jahren als Autodidakt selbst zu malen. Wie der Suprematist Kasimir Malewitsch (1879-1935) mit seinem "Schwarzen Quadrat" ein halbes Jahrhundert früher schuf Steinberg geometrisch-abstrakte Kompositionen. Er reicherte sie aber um eine geistige, oft religiöse Bedeutung an, die erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist.

Von "Metageometrie" sprach Kurator Roman Zieglgänsberger bei einer Vorbesichtigung am Mittwoch: "Dem schlichten "Schwarzen Quadrat" ist etwas hinzugefügt worden". Anrührender Höhepunkt der Ausstellung ist ein Dorfzyklus aus den Jahren 1985-90: Steinberg trauert um das Verschwinden eines russischen Dorfes und seiner Bewohner. Das "Schwarze Quadrat" verbindet er mit dem erleuchteten Fenster einer Bauernhütte. Die letzten Dörfler werden zu dunklen Ikonen.

Nach der politischen Wende arbeitete Steinberg viel in Paris, hatte aber auch Verbindungen nach Wiesbaden. Die großzügige Schenkung stärke das russische Standbein des Museums, sagte Direktor Alexander Klar. Sein Haus hat die größte Sammlung des expressionistischen Malers Alexej von Jawlensky (1864-1941) und zeigt wichtige Werke von Ilya Kabakov. Gleichzeitig ist das Museum bekannt für seine Sammlung des amerikanischen abstrakten Expressionismus der Nachkriegszeit.

dpa


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