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Notfälle

Männer begehen die meisten Suizide: Mehr Prävention gefordert

In ausweglosen Situationen wollen manche verzweifelte Menschen ihrem Leben ein Ende setzen. 772 Suizide wurden 2015 in Hessen gezählt. Die meisten davon waren Männer.

Wiesbaden. Drei Viertel aller Suizide in Hessen werden von Männern begangen. Von den 772 Menschen, die sich 2015 das Leben nahmen, waren 575 Männer und 197 Frauen. Das teilte das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit.

"Männer wählen oft die sogenannten harten Suizidmethoden, wie Erhängen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Tod führen", erklärt Andreas Reif. Er ist Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum in Frankfurt. Frauen wählten dagegen häufiger andere Methoden wie Schlaftabletten, die nicht zwingend tödlich seien. Bei ihnen sei die Zahl der Suizidversuche deutlich höher, sagt Reif.

2015 sank die Zahl der Selbsttötungen in Hessen leicht um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die am meisten von Suiziden betroffene Altersgruppe war die von 50 bis 60. Unter den Todesopfern waren aber auch 13 Minderjährige. Erhängen, Strangulieren und Ersticken seien die häufigsten Arten gewesen, wie sich die Menschen vorsätzlich das Leben genommen hätten, erklärten die Statistiker.

Bei der Telefonseelsorge Darmstadt rufen an drei von sieben Tagen Menschen an, die an Selbsttötung denken. Die Zahl ist über die Jahre konstant geblieben, auch bundesweit: In der Telefonseelsorgestatistik für 2015 stehen 46 Gespräche pro Tag. Die Menschen seien verzweifelt und sähen keinen anderen Ausweg, beschreibt Christiane Rieth vom Leitungsteam der Telefonseelsorge Darmstadt die Motive für die Tötungspläne.

Die meisten Menschen kündigten ihren Suizid an, erklärt Rieth. Familie und Freunde sollten Hinweise wie "Ich habe keine Kraft mehr" oder "Ich will nicht mehr" ernst nehmen und die Menschen ansprechen. "Je offener und direkter, desto besser". Oft scheuten Angehörige genau davor zurück, aus der Angst heraus damit die Tötungsabsicht noch zu befördern. Dies passiere aber nicht, sagt Rieth.

Wichtig sei, den potenziellen Kandidaten zu motivieren, sich Hilfe zu holen, rät der Mediziner Reif. Wichtig für Helfer sei, die Gründe eines beabsichtigten Suizids erstmal zu akzeptieren und nicht zu bewerten nach dem Motto "Das darfst du doch nicht machen."

Rieth zufolge sind die Anrufer in der Telefonseelsorge nicht zu 100 Prozent entschieden: "Sonst würden sie nicht anrufen." Deshalb versuchen sie und ihre Kollegen, "den Teil zu stärken, der leben will." In der Beratung versuchen die Helfer, "den Tunnelblick der Menschen zu weiten und Perspektiven aufzuzeigen".

Der größte Risikofaktor für Suizid seien psychische Krankheiten, erklärt Reif. Armut oder der Verlust eines geliebten Menschen spielten ebenfalls eine Rolle. In Deutschland sterben laut dem Mediziner deutlich mehr Menschen durch Suizide als durch Wohnungsbrände oder im Straßenverkehr. Deshalb müssten die Prävention ausgebaut und Faktoren wie Depressionen von der Gesellschaft ernst genommen werden.

dpa


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