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Gesundheit

Lassa-Patient in Frankfurt schwer krank

Bei einem Toten hat sich ein Bestatter mit dem gefährlichen Lassa-Virus angesteckt. Jetzt wird er in Frankfurt streng isoliert behandelt. Auch seine Familie ist in der Klinik - nach Angaben von Medizinern eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Frankfurt/Main. Nach seiner Einlieferung auf die Sonderisolierstation der Frankfurter Uniklinik schätzen die Ärzte den Zustand eines Lassa-Patienten als sehr schlecht ein. Die Spezialisten zeigten sich am Donnerstag zugleich optimistisch, dass er geheilt wird. Der Mann aus dem rheinland-pfälzischen Alzey ist Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts. Er hatte Kontakt mit der Leiche eines Ende Februar in der Kölner Uniklinik gestorbenen Lassa-Patienten.

Es sei weltweit der erste Fall einer Ansteckung außerhalb von Afrika, sagte René Gottschalk, der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. Der genaue Übertragungsweg sei aber noch nicht aufgeklärt. "Ein einfacher Hautkontakt reicht sicher nicht", sagte Gottschalk. Als mögliche Wege des Erregers in den Körper nannte er die Bindehaut der Augen oder den Mund.

Lassa zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich.

In der Nacht zum Mittwoch war der Mann in die Uniklinik gebracht worden. "Der Patient zeigt alle Zeichen einer schweren Virusinfektion", sagte der behandelnde Oberarzt, Timo Wolf. Er werde derzeit nicht intensivmedizinisch betreut - "das kann sich aber in den ersten 14 Tagen schlagartig ändern."

Da der Mann in einem sehr frühen Stadium der Krankheit nach Frankfurt gekommen sei, bestünden gute Heilungsaussichten, sagte Wolf. Nach Angaben des Klinikums wird er mit dem Medikament Ribavirin behandelt. Fragen zum Alter des Patienten oder zu sonstigen persönlichen Umständen beantworteten die Mediziner mit Hinweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht. Auch Angehörige des Patienten seien in die Klinik aufgenommen worden, berichteten die Ärzte. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme - bei keinem von ihnen bestehe der Verdacht auf Lassa.

Die Uniklinik verfügt über eine Spezial-Isolierstation, auf der bereits 2006 ein Lassa-Patient und 2014 ein an Ebola erkrankter Patient erfolgreich behandelt worden waren.

Am 26. Februar war in Köln ein US-Bürger gestorben, der in Togo als Krankenpfleger gearbeitet hatte. Erst später stellte sich heraus, dass er an Lassa erkrankt war. Sein Leichnam war am 3. März in einem Spezialcontainer nach Alzey gebracht worden, wo er für den Transport nach Togo konserviert werden sollte. Sechs Tage später, am 9. März, habe sich nach Mitteilung der Kölner Uniklinik herausgestellt, dass der Mann an Lassa-Fieber erkrankt war, hieß es in einer Mitteilung des Kreises Alzey-Worms vom Mittwoch. Bei dem Bestatter sei das Virus am 15. März nachgewiesen worden.

Der Mann habe als einziger Kontakt mit dem Toten gehabt, teilte die Kreisverwaltung mit. Nach eigenen Angaben kam er nicht mit Körperflüssigkeiten in Berührung. Die grippeähnlichen Symptome, über die der Mann klagte, bestanden nach dessen Aussagen bereits vor dem Kontakt zur Leiche.

dpa


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