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Wetter

Klimawandel verändert die Natur: Vogelbrut in Gefahr

Siebenschläfer ruhen sich tagsüber gerne in Vogelbruthöhlen aus. Das war früher kein Problem, denn die meisten Vogel-Jungen waren schon ausgeflogen, wenn der Siebenschläfer aus seinem langen Winterschlaf tief im Boden aufwachte und sich eine Baumhöhle suchte.

Frankfurt/Main. Seit einigen Jahren beobachten Naturschützer, dass die Wärme liebenden kleinen Nager aus der Familie der Bilche früher wach werden. In manchen Bruthöhlen liegen dann noch Eier oder Junge - gefundenes Fressen für Siebenschläfern.

Vermutlich ist der Klimawandel schuld an dem für die Vögel gefährlichen Zusammentreffen. Es wird immer wärmer. 2014 steuert auf einen Rekord zu: Mit einer Ausnahme waren in Hessen nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) seit Jahresbeginn alle Monate zu warm, nur der August fiel etwas zu kühl aus. Der November war nach vorläufigen Angaben in Hessen ebenfalls milder als sonst. Fünf Tage vor Monatsende lag die mittlere Monatstemperatur um 2,5 Grad über dem Durchschnitt der Vergleichsjahre 1961 bis 1990.

"2014 könnte für einen klimatologischen Paukenschlag sorgen", sagte Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn uns jetzt kein sibirischer Dezember mehr dazwischenfunkt, kann 2014 alle Rekorde brechen und das wärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Messungen in Deutschland werden." Bis ins Jahr 1881 reicht die Jahresstatistik des Wetterdienstes zurück.

"Der Klimawandel findet statt, wir können ihn sehen und messen", sagt Heike Hübener vom Hessischen Landesamt für Umwelt (HLUG). Pflanzen blühten früher und könnten dann bei spätem Frost zu Schaden kommen. Die Apfelblüte gilt als Indikator. Lag der Mittelwert der ersten Blüte in den Jahren 1961-1980 am 6. Mai, so blühten die Apfelbäume von 1981-2010 im Schnitt schon am 30 April. Seit den 1980er Jahren sei es kontinuierlich wärmer geworden. "Was wir jetzt für ein kaltes Jahr halten, wäre in den 70ern warm gewesen", sagt Hübener.

Den Landwirten machen vor allem Wetter-Extreme zu schaffen. "Pflanzen wünschen sich eine Regelmäßigkeit von Regen und Trockenheit", sagt der Sprecher des hessischen Bauernverbandes, Bernd Weber. Tendenziell sei das Wetter aber unvorhersehbarer geworden - starker Regen, Hagel, Frost oder Hitze seien an der Tagesordnung. Besonders in diesem Jahr trafen die Felder heftige Sommer-Unwetter. Sanfter Landregen, den die Bauern am liebsten haben, war selten.

Hinzu komme der Temperaturanstieg: Während Weinreben davon profitierten, fühlten sich nun auch neue Schädlinge hierzulande wohl wie die Kirschessigfliege oder der Maiswurzelbohrer. Die Natur gleiche aber vieles aus, sagt Weber. "Die Landwirte sind es gewohnt, mit unterschiedlichem Wetter umzugehen. Das Optimum ist die Ausnahme."

dpa


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