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Industrie-Türme in Wetzlar gesprengt

Zwei kurze Hupsignale zerreißen die Stille in Wetzlar. Kaum sind die Warnungen verklungen, geht alles ganz schnell: Innerhalb weniger Sekunden sind am Sonntagmorgen vier Industriebauwerke problemlos gesprengt worden. Rund 2000 Schaulustige sehen laut Polizei zu.
In den Himmel ragen zwei Türme, die kurz vor der Sprengung stehen.

In den Himmel ragen zwei Türme, die kurz vor der Sprengung stehen.

© Alexander Heinl/Archiv

Wetzlar. Mehrere Türme eines früheren Zementwerkes sind am frühen Sonntagmorgen im mittelhessischen Wetzlar erfolgreich gesprengt worden. 250 Kilogramm Sprengstoff waren nötig, um die bis zu 77 Meter hohen Bauwerke - Silos und ein sogenannter Wärmetauscher - zum Einsturz zu bringen. Etwa 2000 Schaulustige beobachteten das Spektakel aus sicherer Entfernung, als gegen 5.00 Uhr die Türme fielen.

Sicherheitskräfte hatten eine Sperrzone von 200 Metern rund um die Gebäude eingerichtet. Die Türme mussten weichen, weil auf dem seit Jahren brachliegenden Industriegelände in der Nähe der Innenstadt ein Ikea-Möbelhaus entstehen soll. Die Eröffnung ist für 2017 geplant.

Warnsignale kündigten am frühen Sonntagmorgen an, dass die Sprengung der großen Industriebauten unmittelbar bevorsteht. Abgerissen wurden drei 77 Meter hohe Silos und ein 65 Meter hoher Wärmetauscher. Es wurde still unter den Zaungästen. Hunderte Fotoapparate wurden gezückt, als Sprengmeister Eduard Reisch zündete. Wie in einer fein abgestimmten Choreographie fiel ein Bauwerk nach dem anderen. Staub wirbelte auf. Innerhalb weniger Sekunden war alles vorbei.

"Es ist alles gut gegangen", sagte Markus Schmitt, Einsatzleiter der Polizei. Die Sprengung sei wie geplant verlaufen. Unvorhergesehene Schäden seien nicht festgestellt worden. "Die Sprengung war perfekt und ist zur vollen Zufriedenheit gelaufen", bestätigte Reisch. Man habe keinerlei negative Erfahrungen gemacht, und auch Beschwerden von Anwohnern seien ausgeblieben. "Die Werte unserer Messgeräte sind weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte geblieben", erklärte der Sprengmeister mit Blick auf die Erschütterungen. Zudem hätten die Windverhältnisse die Staubentwicklung besonders günstig beeinflusst.

Die Sprengung war lange geplant worden. Zu den letzten Vorbereitungen gehörten nach Angaben des Sprengmeisters das Bestücken von gut 1500 Bohrlöchern mit rund 250 Kilo Sprengstoff. Trotz 30 Jahren Berufserfahrung bleibe seine Arbeit spannend, sagte Reisch im Vorfeld: "Ein gewisses Restrisiko kann ich zwar minimieren, aber nicht vollständig ausschließen." Reisch war auch für die erfolgreiche Sprengung des Frankfurter Uni-Hochhauses im Februar 2014 verantwortlich.

dpa


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