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Prozesse

Hundertfach Mädchen sexuell missbraucht: Zwölf Jahre Haft

Ein Mann muss zwölf Jahre in Haft, weil er hundertfach Mädchen missbraucht hat. Anschließend kommt er in Sicherungsverwahrung. Dazu haben vor allem die schrecklichen Taten des Mannes geführt - aber auch sein "Entschuldigungsschreiben" an die Opfer.
Der Schwurgerichtssaal des Landgerichts in Kassel (Hessen).

Der Schwurgerichtssaal des Landgerichts in Kassel (Hessen).

© Uwe Zucchi/Archiv

Kassel. Immer wieder hat er kleine Mädchen sexuell missbraucht und dabei auch gefilmt, die jüngsten Opfer waren gerade einmal drei Jahre alt. Nun muss ein 57 Jahre alter Mann aus dem nordhessischen Wolfhagen für seine Taten für zwölf Jahre in Haft. Das Landgericht Kassel ordnete am Dienstag zudem eine anschließende Sicherungsverwahrung an.

Grund dafür ist nach Aussage des Richters außer den Taten ausgerechnet auch ein "Entschuldigungsschreiben" des Mannes an die Opfer. Durch die Art der Kontaktaufnahme habe der pädophile Mann "dokumentiert, dass er weiter interessiert ist", sagte der Vorsitzende Richter. Dies spreche für eine erhebliche Gefährlichkeit für die Allgemeinheit. "Der Schutz weiterer kindlicher Opfer gebietet die Anordnung der Sicherungsverwahrung."

"Das Urteil ist keine Überraschung. Die Briefe waren keine hervorragende Idee meines Mandanten", sagte Verteidiger Ullrich Goetjes nach dem Schuldspruch.

Insgesamt 141 Fälle von sexuellem Missbrauch an fünf Kindern im Alter zwischen 3 und 13 Jahren konnten dem 57-Jährigen nachgewiesen werden, zudem fanden die Ermittler tausende Kinderporno-Dateien auf seinem Computer. Der Angeklagte nahm das Urteil äußerlich weitgehend regungslos auf.

Zu Beginn des Revisionsprozesses hatte der Wolfhager sein umfassendes Geständnis aus dem ersten Verfahren erneuert. Demnach missbrauchte er fast 20 Jahre lang junge Mädchen. Viele Taten hatte er gefilmt oder fotografiert. Die Mädchen waren entfernt mit ihm verwandt oder die Kinder von Bekannten. Nach eigener Aussage hat er den Hang zur Pädophilie bereits seit den 80er Jahren.

Das Gericht bestätigte damit das Urteil vom Februar 2014, gegen das der Angeklagte Revision eingelegt hatte. Die Kammer musste neu über das Strafmaß und die Sicherungsverwahrung entscheiden. Verteidiger Goetjes kündigte an, das Urteil zu akzeptieren, damit der Mann therapiert werden könne.

dpa


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