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Tiere

Hessens Schäfer haben Zukunftssorgen

Hessens Schäfer und Schafzüchter plagen große Zukunftssorgen. Landesweit gebe es keine echten Wanderschäfer mehr, sagte Hubertus Dissen (56), stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Verbands für Schafzucht und -haltung.
Ein Schäfer in Frankfurt am Main.

Ein Schäfer in Frankfurt am Main.

© Frank Rumpenhorst/Archiv

Kassel/Lauterbach. "Es gibt nur noch Standortschäfereien, die auch mal fremde Flächen bearbeiten." Grund dafür sei eine tiefgreifende Veränderung in der Landwirtschaft und Flächennutzung. "Die Nachnutzung von Wiesen und Feldern durch Schafe ist nicht mehr gegeben. Nach einem Mähdrescher ist für Schafe da nicht mehr viel zu holen."

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden ist der Bestand innerhalb von zehn Jahren um etwa 40 Prozent auf nur noch rund 109 000 Schafe geschrumpft. Ähnlich ist es bei den Betrieben, die Schafe halten. Hier waren es 2013 mit gut 800 nur noch etwa ein Drittel der rund 2300 Betriebe, die es zehn Jahre zuvor noch gab.

Wie ist dieser Rückgang zu erklären? "Die Ertragssituation ist nicht gut, gute Flächen werden knapp, vor allem durch Biogasanlagen. Die Schäfer sind nicht in der Lage, diese Pachtpreise zu bezahlen", sagt Dissen, der bei Kassel eine Zucht mit rund 1000 Muttertieren hat.

Dabei seien die Preise für Fleisch derzeit recht gut, betont er. "Aber wir verdienen unser Geld in erster Linie mit Landschaftspflege. Das ist eine Dienstleistung an der Bevölkerung, indem wir die Flächen erhalten. Aber es bleibt nicht viel übrig." Daraus resultieren auch Nachwuchssorgen, weil kaum ein junger Mensch den Beruf ergreifen wolle.

Derzeit gibt es nach seinen Angaben nur noch etwa 120 Vollerwerbs-Schäfer. Viele davon seien Ende 50 und fänden keinen Nachfolger - übrigens nicht nur in Hessen. Und das liegt laut Dissen nicht daran, dass es keine Interessenten gibt, sondern vor allem am mangelnden Einkommen. "Die Arbeit an sich ist nicht das Problem." Dissen forderte, die Flächenprämie, die derzeit bezahlt wird, anzuheben. "Die liegt 50 bis 70 Prozent unter dem, was bezahlt werden müsste", betont er.

Auch die Landräte des Vogelsbergkreises und des Wetteraukreises, Manfred Görig und Joachim Arnold (beide SPD), sehen die Schäfer in einer "prekären Lage". Görig sagte: "Die geringen Einkommen der Betriebe und der hohe Arbeitsaufwand bei den Schafhaltern machen Investitionen in die Betriebe nahezu unmöglich und fördern die Abwanderung der Schäfer und deren Nachwuchs in andere Berufe."

Dabei sei der Beitrag der Schäfer für den Naturschutz groß. Sie sorgten mit ihren Tieren dafür, dass seltene Lebensräume erhalten blieben und umweltgerecht erzeugtes Fleisch auf die Teller der Verbraucher komme. Leider stünden aber viele Betriebe mit dem Rücken zur Wand. Viele von ihnen erwirtschafteten nicht einmal ein Mindestlohnniveau.

Die beiden Landräte forderten die Landesregierung auf, die Schäfer besser zu unterstützen. Die Wiedereinführung einer an die Zahl der Tiere gekoppelten Weideprämie sei laut EU-Vorgaben möglich. Länder wie Frankreich gingen diesen Weg, Deutschland lehne dies jedoch ab. "Eine Pro-Kopf-Prämie gekoppelt an die Bewirtschaftung von Flächen in Natura2000-Gebieten würde direkt wirken und hoffentlich die Schafzahlen stabilisieren", befanden die Landräte.

Den Forderungen erteilte das hessische Umweltministerium aber eine klare Absage. "Die Schäfer haben ihre Bedenken vorgetragen. Aber eine Pro-Kopf-Prämie für Schafe wird es nicht mehr geben", betonte Ministeriumssprecher Mischa Brüssel de Laskay.

dpa


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