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Umwelt

Hessen wird wilder: zwei neue Naturerbeflächen in Hessen

Bäume statt Bomben und mehr Freiraum für seltene Tierarten: Zwei ehemalige Militärflächen in Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) und Gießen werden der Natur überlassen, da sie nach der Bundeswehrreform nicht mehr gebraucht werden.
Ein Raubwürger sitzt auf einem Zweig.

Ein Raubwürger sitzt auf einem Zweig.

© Arno Burgi/Archiv

Hessisch Lichtenau/Gießen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab jetzt grünes Licht dafür. "Für viele Pflanzen und Tiere sind ausgerechnet diese Flächen zu Refugien geworden, in denen sich die Natur entwickeln konnte", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Donnerstag in Berlin. Insgesamt werden 62 neue Flächen im Besitz des Bundes mit insgesamt 31 000 Hektar zum Nationalen Naturerbe.

Naturschützer freuen sich, weil in dicht besiedelten Gebieten Westdeutschlands grüne Oasen für Flora und Fauna gedeihen können. Die Flächen sollen für Menschen zugänglich sein, allerdings ist dies wegen möglicher Gefahren durch die frühere militärischen Nutzung nicht überall möglich. "Es ist begehbar auf ausgezeichneten Wegen, aber nicht zum Zelten, Grillen oder Baden", sagte hessische Landesgeschäftsführer der Naturschutzorganisation NABU, Hartmut Mai. So sollen auch Rückzugsräume für empfindliche Arten vor Störungen durch Menschen geschützt werden.

Der ehemalige Standortübungsplatz in Hessisch Lichtenau ist 372 Hektar groß und damit etwas größer als der Central Park in New York. Er ist geprägt von offenem Land mit Hecken, es gibt aber auch kleine Gewässer und Laubwald. Das Gebiet liegt überwiegend im FFH-Gebiet "Glimmerode und Hambach bei Hessisch Lichtenau". Hier kommen Neuntöter, Raubwürger, Wespenbussard und Rotmilan vor.

In Gießen sind bereits Teile des ehemaligen, 363 Hektar großen und waldreichen US-Depots als Naturschutzgebiet "Hohe Warte bei Gießen" unter Schutz gestellt. Hier gibt es Brutgebiete für Neuntöter, Steinschmätzer, Schwarzkehlchen, Wiesenpieper und Rohrammer.

dpa


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