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Wetter

Glätte und eisige Luft machen Mensch und Tier zu schaffen

Eisglatte Straßen machen es Autofahrern und Fußgängern schwer. Viele Zoo-Tiere dürfen bei der Kälte erst gar nicht ins Freie. Erfreut sind jedoch einige Winzer. Sie hoffen auf Eiswein.
Winterdienst auf der Autobahn.

Winterdienst auf der Autobahn.

© Oliver Berg/Archiv

Offenbach. Temperaturen bis minus acht Grad und spiegelglatte Straßen: Bei rund 40 Glätteunfällen in Hessen sind am frühen Donnerstag nach Polizeiangaben mindestens vier Menschen leicht verletzt worden. In der Nacht zum Freitag wird es noch kälter: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt sogar bis zu minus 14 Grad voraus. Hessen Mobil ist nach eigener Aussage mit seinen Winterdiensten aber gut vorbereitet.

Die Kälte macht nicht nur Auto-, Radfahren und Fußgängern zu schaffen: Viele Zoo-Tiere haben ihre Probleme mit den niedrigen Temperaturen und müssen im Stall bleiben. 

Auf der glatten Bundessstraße 27 bei Bebra-Nord überschlug sich am Morgen eine 24 Jahre alte Autofahrerin aus Sontra im Werra-Meißner-Kreis mit ihrem Wagen. Sie war in Richtung Bad Hersfeld unterwegs und geriet auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern. Die Fahrerin kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Im Stau an der Unfallstelle fuhren zwei Autos ineinander.

In und um Kassel wurden nach Polizeiangaben allein rund ein Dutzend witterungsbedingte Unfälle registriert. Auf der Bundesstraße 450 von Fritzlar nach Bad Arolsen wurde ein Autofahrer leicht verletzt, als er mit seinem Wagen in die Leitplanke rutschte. Die meisten Unfälle gingen aber glimpflich aus. Die spiegelglatten Straßen hätten auch in Mittelhessen die Autofahrer sowohl in den Gemeinden als auch auf den Autobahnen überrascht, sagte ein Polizeisprecher in Gießen. "Zum Glück gab es weitestgehend nur Blechschäden." Streufahrzeuge seien die ganze Nacht unterwegs gewesen.

Auch in den Zoos ist die Kälte ein Thema. Erkältungen, Angst vor Stürzen und kalte Ohren: "Unsere Menschenaffen erkälten sich leicht", erklärt der Direktor des Frankfurter Zoos, Manfred Niekisch, warum die Zwergschimpansen, Orang-Utas und Gorillas derzeit nicht im Außengehege unterwegs sind. 

Im Kronberger Opel-Zoo leben etwa die kleinen Lisztaffen schon länger nur noch im Gebäude. "Spätestens jetzt müssten auch die Brillenpinguine rein, aber sie sind ohnehin wegen der Vogelgrippe im Stall", sagt Jenny Krutschinna vom Opel-Zoo. Die Elefanten dürfen dagegen noch die frische Luft genießen. Doch wenn die Temperaturen eisig werden, ist auch für sie der Auslauf gestrichen. Denn ansonsten würden Erfrierungen an ihren empfindlichen Ohren drohen.

Für andere Tiere ist der Winter dagegen die liebste Jahreszeit. "Für den Polarfuchs und die Schneeeule ist es jetzt fast noch sommerlich", meint Krutschinna. Auch den Kamelen im Frankfurter Zoo macht die Kälte nichts aus. 

Zu den Gewinnern der Kälte gehören auch einige Winzern im Rheingau, die noch auf den edlen Eiswein hoffen. "Manche hatten Glück, aber andere leider noch nicht, da war es noch nicht kalt genug", sagte der Rheingauer Weinbaupräsident Hans-Peter Seyffardt. Gut auf eine potenzielle Eisweinlese vorbereitet ist das Weingut Robert Weil in Kiedrich. Einer aus dem Team stehe in den kalten Nächten jede Stunde auf und checke das Thermometer im Weinberg, sagte Jochen Becker-Köhn vom Weingut. Um vier Uhr falle dann die Entscheidung, ob geerntet werde. Für Eiswein muss es, so ist es gesetzlich geregelt, mindestens minus sieben Grad kalt sein - das Weingut Robert Weil wartet sogar zwei solche Nächte ab, damit die Trauben wirklich komplett durchgefroren sind.

Vorsorglich wird auf den Straßen nicht gestreut. Bei Schneefall oder Glätte führen die Streuwagen jedoch sofort los, sagte eine Sprecherin von Hessen Mobil. "Da Winter ist, sind wir abrufbereit." Die Lager mit Streusalz seien voll - über einen Salzticker auf der Hessen-Mobil-Internetseite mobil.hessen.de kann der aktuelle Stand verfolgt werden. Bislang sind in der laufenden Wintersaison rund 27 600 Tonnen verbraucht worden (Stand Mittwochnachmittag). In einem durchschnittlichen Winter streuen die 60 Autobahn- und Straßenmeistereien hessenweit rund 120 000 Tonnen Salz.

Trotzdem: Autofahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten sich in der Nacht zum Freitag besonders vorsichtig verhalten: Die Temperaturen sinken noch tiefer - auf eisige minus 14 Grad. "Arktische Kaltluft wird über Hessen hinwegziehen und auch am Freitag noch für Dauerfrost sorgen", sagte ein DWD-Sprecher.

dpa


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