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Prozesse

Freisprüche im Prozess um getötetes Ehepaar in Maintal

Rund ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Ehepaares in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) hat das Landgericht die beiden Angeklagten freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte einem 61 Jahre alten Mann und seinem 30-jährigen Sohn Mord beziehungsweise Totschlag vorgeworfen.
Prozess um ein getötetes Ehepaar in Maintal.

Prozess um ein getötetes Ehepaar in Maintal.

© Daniel Naupold/Archiv

Hanau. Die beiden hatten zwar eingeräumt, das Vermieter-Paar im Juni 2014 getötet zu haben, beriefen sich aber auf Notwehr. Die Version der beiden Männer sei nicht zu widerlegen gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Peter Graßmück am Mittwoch. "Es gab keine unmittelbaren Tatzeugen, aber es ist ausgeschlossen, jemanden aufgrund bloßer Spekulationen zu verurteilen."

Unmittelbar nach dem Freispruch kam es zu Tumulten im Gerichtssaal, Angehörige der Opfer machten ihrem Unmut lautstark Luft. Die Urteilsbegründung musste unterbrochen und Polizeibeamte hinzugerufen werden, um die Situation zu beruhigen.

Der Tat auf einem früheren Reiterhof in Maintal soll ein handfester Streit um Mietschulden vorausgegangen sein. Der 30-Jährige hatte erklärt, dass er von dem 57-jährigen Vermieter mit einem Messer angegriffen worden sei. Er habe sich dann zur Wehr gesetzt und aus Angst um sein Leben immer wieder zugestochen. Insgesamt waren 17 Messerstiche an der Leiche gezählt worden. Das Gericht erkannte in diesem Fall auf Notwehr.

Dem 61-jährigen Vater gestanden die Richter Nothilfe zu. Er hatte nach Darstellung der Verteidigung in den Kampf eingegriffen. Die Frau des Vermieterpaares habe seinen Sohn mit einem Beil attackiert. Als der Vater auch von den Hunden des Paares angegriffen worden sei, habe er die Schüsse abgefeuert. Das Gericht ging in seiner Urteilsbegründung von einem tödlichen Schuss aus, der aus zwei Metern Entfernung abgefeuert worden sei.

Aus Angst, dass ihnen niemand diesen Tatablauf glaube, hätten sie die Toten dann versteckt und Spuren verwischt, hatten die beiden Angeklagten im Prozess erklärt. Die Leichen waren erst nach langer Suche unter einem Misthaufen gefunden worden. "Für eine Hinrichtung wählt man einen anderen Tatort und eine andere Tatzeit und man beseitigt die Spuren deutlich cleverer", sagte der Vorsitzende Richter.

Der Haftbefehl gegen die Angeklagten wurde aufgehoben, sie kamen auf freien Fuß. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger kündigten Revision gegen das Urteil an, nun wird sich der Bundesgerichtshof mit dem Fall befassen müssen.

Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze war in seinem Plädoyer von einem Verdeckungsmord ausgegangen. Der 61-jährige Angeklagte habe die Frau erschossen, nachdem sein Sohn ihren Ehemann zuvor umgebracht habe. Er hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes für den Vater und siebeneinhalb Jahre Haft wegen Totschlags für den Sohn gefordert. Die Nebenklagevertreter hatten für beide Angeklagte eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Mordes verlangt. Die Verteidiger der beiden hatten auf Freispruch plädiert.

dpa


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