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Prozesse

Frau ermordet: Ehemann muss lebenslänglich hinter Gittern

Eine Frau gesteht ihrem Ehemann einen Seitensprung. Es kommt zum Streit, er sticht mit dem Messer 24 Mal zu. Tage später erliegt die Frau ihren Verletzungen. Für das Landgericht Darmstadt ist klar: Es war Mord, keine Kurzschlussreaktion.
Der Eingang des Landgerichts und Amtsgerichts in Darmstadt.

Der Eingang des Landgerichts und Amtsgerichts in Darmstadt.

© Christoph Schmidt/Archiv

Darmstadt. Das Landgericht Darmstadt hat einen Mann wegen Mordes an seiner 29 Jahre alten Ehefrau zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der Vorsitzende Richter Volker Wagner sah es als erwiesen an, dass der 35-Jährige seine Frau im August 2015 mit einem Messer so schwer verletzte, dass sie Tage später in einer Klinik starb. Auslöser für die Bluttat in Modautal (Kreis Darmstadt-Dieburg) war der Streit zwischen den Eheleuten in der gemeinsamen Wohnung. Die Frau hatte ihrem Mann gesagt, sie sei fremdgegangen. Mit dem Urteil am Mittwoch folgte das Gericht dem Antrag von Staatsanwältin Barbara Sieger.

Der Angeklagte verfolgte die Urteilsbegründung mit wiederholtem Kopfschütteln. Nach seiner Darstellung war die Frau im Streit mit dem Messer zuerst auf ihn losgegangen, daraufhin habe er die Kontrolle verloren und im Affekt gehandelt. Das wies das Gericht zurück. Der Mann, der die Frau erst in Richtung Terrasse verfolgte und sie dann mit 24 Messerstichen in Kopf, Hals und Gesicht niederstreckte, habe mit Vorsatz gehandelt: "Das ist ein kontrolliertes Verhalten, wie es kontrollierter gar nicht geht", sagte der Richter.

Gegen eine Kurzschlussreaktion spreche auch die Vorgeschichte des Ehepaars. So habe sich während der Verhandlung gezeigt, dass die Eltern zweier Kinder schon viele Konflikte miteinander ausgefochten hatten und der Ehemann wiederholt seine Frau bedroht und kontrolliert hatte.

Er habe bei der Tat nach dem Motto "Wenn ich sie nicht haben kann, dann soll sie auch kein anderer haben" gehandelt, sagte der Richter. Der Fall sei eine klassische Beziehungstat, die sich schon früher angedeutet habe. Ein Gutachter hatte während der Verhandlung gesagt, es habe "offene und latente Spannungen" in der Beziehung gegeben. Die Angst der Frau, von der Zeugen berichtet hatten, sei begründet gewesen, da sich zwischen dem Paar eine Täter-Opfer-Beziehung entwickelt habe. 

Dass die Frau, die sich zunächst blutüberströmt vor ihrem Mann retten konnte, zwei Wochen später im Krankenhaus starb, sei unstrittig die Folge des Angriffs gewesen und nicht auf Fehler von Ärzten zurückzuführen, betonte der Richter. Die Verteidiger hatten sich im Prozess entsprechend geäußert. 

dpa


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