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Gesundheit

Frankfurter Ebola-Patient hat das Schlimmste überstanden

Der Frankfurter Ebola-Patient ist über den Berg. Er habe keine Viren mehr, werde allerdings noch etwa zwei Wochen in der Isolierstation der Universitätsklinik bleiben, um sich vollständig zu erholen, sagte der behandelnde Oberarzt Timo Wolf am Mittwoch.

Frankfurt/Main. "Er trainiert fleißig." Und er diskutiere mit den Ärzten über seine Laborbefunde. Der aus Uganda stammende Arzt, Vater von vier Kindern, war am 3. Oktober nach Frankfurt gebracht worden, er hatte sich bei einem Einsatz für eine italienische Hilfsorganisation in Sierra Leone infiziert.

Zwischenzeitlich sei der Mann lebensgefährlich erkrankt gewesen und habe an Multiorganversagen gelitten, berichteten die Ärzte. Er sei beatmet und an die Dialyse angeschlossen worden. Noch vor zehn Tagen sei nicht sicher gewesen, ob er überlebt. "Er stand kurz vor dem Tod", sagte Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Inzwischen könne sich der Patient eigenständig im Zimmer bewegen, normal essen und habe keine Schmerzen.

Der Verlauf der Krankheit zeige: "Ebola heilt vollständig aus", sagte Wolf. Nach seiner Genesung sei der Patient immun und komme für eine Blutplasmaspende infrage, zu der er auch bereit sei. Der klinische Verlauf werde nun ausgewertet und könne bei weiteren Patienten helfen. Ziel müsse es sein, die Ebola-Behandlung zu verbessern.

30 Ärzte und 60 Pfleger haben sich in den vergangenen Wochen rund um die Uhr um den Mann gekümmert. 50 Schutzanzüge pro Tag wurden verbraucht, Handschuhe in drei Schichten übereinander getragen. Unter anderem sei ein nicht zugelassenes Medikament eingesetzt worden. Welches, sagte Wolf nicht. Obwohl das Ebola-Virus nicht mehr nachweisbar sei, trage das Personal weiter Anzüge - wegen hochresistenter Bakterien in Westafrika. Die Kosten der Behandlung bezifferte Klinikchef Jürgen Schölmerich auf eine Million Euro.

Angst vor Ansteckung hätten sie nicht gehabt, aber Respekt vor der Krankheit, berichteten Mediziner und Pfleger. Für das An- und Ausziehen der Schutzkleidung waren sie immer zu zweit. Der Chef der Infektionsabteilung, Hans-Reinhard Brodt, ist überzeugt, dass in Frankfurt alles für die Sicherheit getan wird: "Ich bin sicher, dass es - so wie wir arbeiten - keine Übertragung gibt." Entscheidend sei das ständige Training.

Nach der Entlassung des Patienten wird die Station desinfiziert und neu hergerichtet, denn die Klinik rechnet in absehbarer Zeit mit weiteren Patienten, etwa Helfer aus Deutschland, die sich in Westafrika infizieren könnten. An sie richtete Brodt die Botschaft: "Auch schwere Ebola-Infektionen können geheilt werden." In Westafrika allerdings hätten Patienten in solchem Zustand keine Chance.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) dankte dem Klinikpersonal, das an seine eigenen Grenzen gegangen sei, um das Leben des Patienten zu retten. Es habe sich gezeigt, dass der reibungslose Ablauf bei der Versorgung in Hessen funktioniere. Derzeit werde auf Bundesebene über den Umgang mit Helfern diskutiert, die nach ihrem Einsatz aus Ebola-Gebieten zurückkommen. "Es wird keiner alleingelassen", versicherte Grüttner.

Der in Frankfurt behandelte Arzt war der zweite Ebola-Patient, der unter größten Sicherheitsvorkehrungen zur Behandlung nach Deutschland gebracht wurde. In Hamburg konnte ein Mann aus dem Senegal geheilt werden. Ein dritter Patient, der später in Leipzig behandelt wurde, starb Mitte Oktober.

dpa


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