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Kommunen

Frankfurt bekommt Fernbusbahnhof und wird zugleich schöner

In Frankfurt wird ein Fernbusbahnhof gebaut. Das Terminal mit 14 Halteplätzen an der Südseite des Hauptbahnhofs soll bis Jahresende fertig sein, berichteten Vertreter der Stadt, der Wohnungsbaugesellschaft ABG und des Grundstückseigentümers CA Immo am Mittwoch in Frankfurt nach der Unterzeichnung eines Vorvertrags.
Klagen über die Haltestelle für Fernbusse häufen sich.

Klagen über die Haltestelle für Fernbusse häufen sich.

© Christoph Schmidt

Frankfurt/Main. Gebaut wird auf einem Parkplatz. Für die 340 Stellplätze soll noch vor dem Busterminal auf dem Areal ein vierstöckiges Interims-Parkhaus samt Fahrradgarage entstehen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich Mitte des Jahres. Betreiber von Parkhaus und Fernbusterminal ist die ABG.

"Das ist eine sehr gute Nachricht für Frankfurt und die Busreisenden", sagte Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne). "Wir können eine städtebaulich unbefriedigende Situation auflösen und an dieser Stelle mit einer Bebauung den Stadtraum neu gliedern."

"Es war immer klar, dass dies der ideale und einzig vernünftige Standort für einen Busbahnhof ist", sagte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Seit der Liberalisierung des Fernbusverkehrs hätten sich aber neue Notwendigkeiten ergeben. Die Abfahrten von Frankfurt, dem zentralen Verkehrsknotenpunkt Deutschlands, seien enorm gestiegen, allein im vergangen Jahr noch einmal um 19 Prozent auf durchschnittlich 360 Fernbusse am Tag.

Der Fernverkehr liege zwar in der Verantwortung des Bundes, dieser habe die Kommunen aber mit der Infrastruktur alleingelassen, kritisierte Majer. Die Kosten für das Projekt übernimmt jetzt der Immobilieninvestor CA Immo. Eine Summe wollte der Frankfurter Chef Jakob Vowinckel aber noch nicht nennen. Das Parkhaus und den Busbahnhof betreibt die ABG. Die Stadt beteiligt sich nicht an den Kosten.

Eine richtige Infrastruktur für die Fernbusse gibt es derzeit nicht. So häufen sich Klagen über chaotische und gefährliche Verkehrssituationen. Busfahrer können immer wieder ihre Pausenzeiten nicht einhalten, weil sie keinen Halteplatz finden. Viele Reisende haben Mühe, die richtige Abfahrtsstelle zu finden und können sich im Regen nicht unterstellen. Toiletten fehlen auch. Mit dem Busterminal werde es dafür zunächst auch eine provisorische Lösung geben, sagte Cunitz. Später sei ein "funktionaler Querbahnsteig" für die Fernbusse denkbar, sagte Vowinckel.

Die rund 8300 Quadratmeter große Asphalt-Fläche, die bislang ausschließlich als Parkplatz für Autos dient, wird in drei etwa gleich große unabhängige Baufelder aufgeteilt. Auf dem südlichen Querriegel entsteht das Busterminal. Auf dem westlichen der beiden anderen Abschnitte ist die Garage für Autos und Fahrräder - möglichst samt Radwaschanlage - in Schnellbauweise vorgesehen. Der dritte Abschnitt bleibt zunächst unbebaut.

Das Parkhaus soll nach einigen Jahren durch eine Tiefgarage ersetzt werden und stattdessen ein im Hochhausrahmenplan vorgesehenes Hochhaus entstehen. Derzeit wird über Varianten zwischen 100 und 160 Metern Höhe nachgedacht, weit weniger als der mehr als 300 Meter hohe Campanile oder der gut 200 Meter hohe Bahn-Tower, die einmal für das Gelände angedacht waren. Auf dem dritten Baufeld plant CA Immo eine niedrigere Bebauung, in die neben dem Querbahnsteig auch Einzelhandel, Büros oder Hotels einziehen könnten.

Ungeachtet von diesem Projekt wollen Stadt und Deutsche Bahn die Nordseite, den Bahnhofsvorplatz und die unterirdische B-Ebene für eine dreistellige Millionensumme umgestalten. Baubeginn soll 2016 sein. Derzeit steckten Bahn, Stadt und städtische Gesellschaften in "unendlich vielen Detail-Klärungen", sagte Majer.

dpa


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