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Forscherin: Mehr Netzwerke gegen Amoktaten nötig

Zur Prävention von Amokläufen sind nach Ansicht der Gießener Kriminologin Britta Bannenberg mehr Beratungsnetzwerke nötig - gerade für Schulen. "Sie brauchen Unterstützung durch geschulte Personen wie Präventionsbeamte der Polizei, die Ansprechpartner sind für solche schwierigen Probleme", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur rund eine Woche nach dem Amoklauf von München, bei dem ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen hatte.
Britta Bannenberg, Professorin an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Britta Bannenberg, Professorin an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

© Hannibal/Archiv

Gießen. Bannenberg und ihr Team analysierten für eine Studie Amoktaten in Deutschland seit 1990. Die Taten hätten verhindert werden können, "wenn Hinweise in den Schulen entsprechend zusammengeführt worden wären", sagte sie. Zwar seien die Fälle unterschiedlich. "Aber einige Täter haben über zwei Jahre hinweg deutlichste Signale gesandt, dass sie so etwas vorhaben. Das wussten viele, es ist aber nicht zusammengeführt, nicht der Polizei gemeldet worden." Das sei einer der Gründe, warum Beratungsnetzwerke empfohlen würden.

Die Gießener Forscher stellten ihre Untersuchungsergebnisse Ende Juni vor - nur einen Monat vor der Münchener Tat. Ihre Studie ist Teil eines vom Bund geförderten Verbundprojektes, das zum Ziel hat, Ursachen und Prävention von Amoktaten zu erforschen. Die Gießener Kriminologen arbeiten selbst in der Prävention: Menschen, die eine Amoktat befürchten, beraten sie kostenlos.

dpa


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