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Kommunen

Experten prangern drohende Bäderschließungen an

Viele öffentliche Bäder in Deutschland sind von der Schließung bedroht. Rund 500 müssten derzeit um ihre Existenz bangen, sagte der Ehrenpräsident der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Klaus Wilkens, bei einer Experten-Tagung in Wiesbaden.
Immer mehr Schwimmbädern droht das Aus.

Immer mehr Schwimmbädern droht das Aus.

© Uwe Zucchi/Archiv

Wiesbaden. Fachleute aus Vereinen, Kommunen und der Wissenschaft diskutierten bei der Veranstaltung am Donnerstag Gründe für Missstände in Schwimmbädern.

Laut DLRG sind in Deutschland seit 2007 rund 300 Schwimmbäder geschlossen worden. "Weniger Bäder bedeutet auch weniger Ausbildung zum Schwimmen", sagte Wilkens der Nachrichtenagentur dpa. Dadurch habe nach der vierten Klasse nur die Hälfte der Schüler das Freischwimmerabzeichen. "Ende der 1980er Jahre waren es - damals allerdings in der alten Bundesrepublik - noch mehr als 90 Prozent."

Laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums müssen die Kommunen rund 4,4 Milliarden Euro pro Jahr für den Bau, Betrieb und das Personal der insgesamt etwa 7500 Bäder aufbringen. Der für die Studie verantwortliche Berater Frank Meyrahn widersprach jedoch der Darstellung der DLRG, wonach seit 2002 mindestens 1000 Schwimmbäder schließen mussten. Es gebe keine Zahlen zur Entwicklung und Anzahl der Bäder über die Jahre - auch nicht dazu, wie viele und welche Bäder von Schließung bedroht sind.

Dass diese Fakten fehlen, bestätigte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, Christian Ochsenbauer. "Die Bäderschließungs-Debatte ist chronisch. Aber wir müssen nicht mit einem massenweisen Bädersterben rechnen", sagte er.

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat keine Zahlen zu Bäderschließungen. Das Problem liege vor allem beim Zustand der Schwimmbäder, sagte der DStGB-Beigeordnete Uwe Lübking. Viele seien vor 30 oder 40 Jahren gebaut und entsprechend marode. Er sprach von einem Investitionsstau bei Schwimmbädern von 10 bis 15 Milliarden Euro. Um Kosten zu sparen, sei beispielsweise die Zusammenlegung von Bädern denkbar - so wie in den rheinland-pfälzischen Orten Bingen und Ingelheim.

dpa


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