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Tiere

Der Wolf kehrt nach Hessen zurück: Wirbel um Tier in Kassel

Kaum ist erstmals seit Jahren wieder ein lebender Wolf in Hessen nachgewiesen worden, löst ein vermeintliches Exemplar einen Polizeieinsatz aus - mitten in der Stadt.
Ein Wolf tappt in eine Fotofalle.

Ein Wolf tappt in eine Fotofalle.

© Umweltministerium Hessen/Archiv

Kassel. Rund 150 Jahre nach seiner Ausrottung in Deutschland kehrt der Wolf zurück. In Nordhessen tappte nun ein Tier in eine Fotofalle - es war der erste Nachweis eines lebenden Exemplares in Hessen seit dem Jahr 2011. Das Tier wurde am 3. März laut Umweltministerium nahe dem Ortsteil Wellerode der Gemeinde Söhrewald im Landkreis Kassel in der Falle erfasst.

Kurz nach Bekanntwerden löste am Freitag ein vermeintlicher Wolf mitten in Kassel einen Polizeieinsatz aus. Mehrere Verkehrsteilnehmer hatten ihn auf einer Hauptverkehrsstraße gesehen und die Beamten alarmiert. Auch die Streife entdeckte das Tier und "glaubte kaum ihren Augen zu trauen", teilte die Polizei mit. Wie sich herausstellte, handelte es sich aber um einen amerikanischen Wolfshund, der seinem Besitzer ausgebüxt war.

Vergangenes Jahr wurden nach Aussage der Hessischen Wolfsbeauftragten Susanne Jokisch zwei echte Wölfe tot an der Autobahn 66 im Spessart und am Preungesheimer Dreieck im Stadtgebiet von Frankfurt gefunden. Der wohl bekannteste hessische Wolf Reinhard lebte laut Naturschutzbund (Nabu) von 2006 bis 2011 im Reinhardswald bei Kassel. Er starb vermutlich eines natürlichen Todes. Reinhard habe gezeigt, dass Mensch und Wolf wieder zusammenleben können, meint der Nabu.

Zum Tag des Wolfes am 30. April veranstalten der Nabu und die Naturschutzakademie Hessen einen Aktionstag in Wetzlar. Die Naturschützer weisen darauf hin, dass gesunde Wölfe, die nicht provoziert werden, in der Regel keine Gefahr für den Menschen darstellen. Wer einem Tier begegne, solle sich ruhig verhalten und langsam zurückziehen. Das Nachstellen etwa für ein Foto treibe das Tier womöglich in die Enge und könne "vermeidbare Reaktionen" hervorrufen.

dpa


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