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Tiere

Demo gegen Massentierhaltung: 1000 Menschen in Nordhessen erwartet

In Nordhessen machen Bürger mobil gegen Massentierhaltung. Am Samstag erwarten die Veranstalter bei einer Demonstration in Gudensberg (Schwalm-Eder-Kreis) bis zu 1000 Teilnehmer, wie Andreas Grede, der Sprecher der Bürgerinitiative "Chattengau gegen Massentierhaltung", sagte.
Die Inititativen wollen Zeichen setzen gegen die Zustände.

Die Inititativen wollen Zeichen setzen gegen die Zustände.

© P. Pleul/Archiv

Gudensberg. Stein des Anstoßes ist ein Geflügelschlachtbetrieb, der für sein Betriebsgelände einen neuen Bebauungsplan erwirkt hat.

Laut Geflügelwirtschaftsverband Hessen ist er mit derzeit 90 000 geschlachteten Tieren täglich der größte entsprechende Betrieb des Landes. Die Gegner befürchten, dass die Schlachtzahl auf 180 000 verdoppelt werden soll und sich in der Folge neue Mastbetriebe in dem Gebiet ansiedeln. "Das führt zu einer Überdüngung der Böden und zu einem Problem für das Grundwasser", betont Grede.

Dem widerspricht die Sprecherin des Schlachtbetriebs. "Wir haben nicht vor, auszubauen", sagt Ulrike Rücker von Plukon Gudensberg. Es seien mit der Änderung des Bebauungsplanes lediglich Investitionen in Umweltschutz und Modernisierung geplant. Laut Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner (SPD) geht es vor allem um die "Verringerung von Geruchsemissionen", also um weniger Gestank. Deshalb habe die Stadtverordnetenversammlung dem Vorhaben des Unternehmens zugestimmt. In dem Betrieb arbeiten rund 300 Menschen.

Weil der Beschluss schon gefasst sei, sei es schwierig, das Vorhaben noch zu verhindern, betont BI-Sprecher Grede. Dennoch sei es wichtig, ein Zeichen gegen Massentierhaltung zu setzen. "Wir wollen zeigen, dass jeder einzelne die Wahl täglich im Supermarkt trifft, was er kauft."

Geflügelhaltung ist in Hessen derzeit kein großer Wirtschaftszweig. Nach Angaben des Geflügelwirtschaftsverbands sind in Hessen meist Kleinbetriebe tätig. Laut BI-Sprecher Grede gibt es in Hessen derzeit mindestens 500 000 Geflügel-Mastplätze, die Grünen sprechen von rund 1,3 Millionen. Im benachbarten Niedersachsen sind es aber etwa 36,5 Millionen.

dpa


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