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Bustouristik-Verband nach Unfall: Leitplanken an Straßen zu niedrig

Nach dem schweren Busunglück in Osthessen mit vier Toten und rund 40 Verletzten wollen sich Experten ein genaueres Bild vom Ort des Unglücks und dem Wrack des Busses machen.

Bad Hersfeld. "Ein Sachverständiger wird sich die Fahrzeuge angucken", sagte ein Polizeisprecher. Bis die Untersuchung ausgewertet sei, würden aber noch einige Tage vergehen. Der Reisebus war am Dienstag auf der Autobahn 4 mit einem schlingernden Auto zusammengestoßen und etwa 50 Meter eine Böschung hinunter gestürzt. Warum der Fahrer des Wagens mit seinem Auto ins Schleudern geraten war, müssen die Ermittler herausfinden.

Der RDA Internationaler Bustouristik Verband sieht den Grund für die schweren Folgen des Unglücks auch in der Konstruktion der Leitplanken auf der A4. "Die Leitplanken an den deutschen Autobahnen sind generell ausgelegt für Pkw", sagte der RDA-Sicherheitsbeauftragte Johannes Hübner der Deutschen Presse-Agentur. "Sie sind allerdings ungeeignet für den Schwerverkehr, der macht sie einfach platt. Solche Leitplanken bleiben eine Notlösung."

Hübner kritisierte, im Abschnitt des Unfalls zwischen dem Autobahndreieck Kirchheim und der Anschlussstelle Bad Hersfeld seien die nur 70 Zentimeter hohen Leitplanken für einen rund drei Meter hohen Hochdeckerbus zu niedrig und nicht stabil. "Die Leitplanken müssten nicht nur höher sein, sie müssten auch fest in der Fahrbahn verankert sein", sagte der Sicherheitsbeauftragte. Fest verankerte und höhere Leitplanken aus Stahl, wie sie vor Brücken bereits genutzt würden, wären zum Beispiel eine Alternative. Eine vollständige Sicherheit auf den Straßen gebe es natürlich nicht.

Der RDA ist nach eigenen Angaben der in Europa führende Verband für die Bus- und Gruppentouristik.

Der Unglücksbus mit Reisenden aus der Pfalz und aus dem Raum Mannheim/Heidelberg war nach Angaben des Veranstalters auf dem Weg nach Leipzig. Dort wollten die Senioren den Jahreswechsel feiern. Die Pfälzer Kunden kommen nach Angaben des Reiseveranstalters aus dem Bereich zwischen Südpfalz, Kaiserslautern und Frankenthal, einige weitere aus dem Raum Mannheim/Heidelberg.

dpa


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