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Architektur

Bundesbank als Symbol des "Betonbrutalismus"?

Die Deutsche Bundesbank hat ihre Zentrale Ende der 1960er Jahre abseits von der Finanzwelt in einem Park im Frankfurter Nordwesten errichtet. Umstritten ist der mehr als 200 breite und 53 Meter hohe Riegel aber wegen seiner Architektur: Mit seinem grauen Sichtbeton gilt das 17-stöckige Gebäude als ein Symbol des "Brutalismus" - eines damaligen Stils, der heute nur noch wenig Freunde hat.
Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main (Hessen).

Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main (Hessen).

© Arne Dedert/Archiv

Frankfurt/Main. Zu Unrecht, findet der Experte Wolfgang Voigt.

"Die guten Gebäude aus dieser Zeit muss man verteidigen", sagt der Vize-Chef des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt. Zusammen mit anderen Architekten und Städteplanern wollte er am Samstag über "die ungeliebte Moderne" im Gebäude der Deutschen Bundesbank diskutieren.

"Betonbrutalismus" - dazu zählten in Frankfurt auch das inzwischen abgerissene Technische Rathaus oder der im vergangenen Jahr gesprengte AfE-Turm an der Universität - hört sich sehr negativ an. Dabei geht der Begriff aus den 1960er Jahren, als die filigrane Nachkriegs-Architektur out war, auf das Englische "brutal" oder französische "brut" zurück. Damit wurde in der Architektur vor allem "roh" assoziiert, eben das Bauen mit unverfälschtem Beton.

Diese Ehrlichkeit gefällt Voigt an der Bundesbank besonders gut: Sie wurde demnach modern und nüchtern als Kontrast zu den palastartigen Banken aus der Gründerzeit gebaut. Ihren Tresor verstecke sie auch nicht wie andere Banken in geheimen Kellerverliesen, sondern habe dafür ganz sichtbar einen Anbau errichtet, lobt Voigt.

Der Sichtbeton der Bundesbank wirkt streng und bescheiden zugleich, wie die an der Tagung beteiligte Architekten- und Stadtplanerkammer Hessens feststellt. Allerdings haben gerade beim Bauen mit dem rohen Beton Architekten häufig die technischen Probleme unterschätzt. Oft drang Feuchtigkeit ein, das Material bröckelte und die Träger rosteten.

Doch diese Probleme hat die Bundesbank nicht. Innen gilt der Bau mit seinen Möbelklassikern und Kunstwerken zugleich als sehr elegant. Voigt zählt das Gebäude neben der nach dem Krieg wiederaufgebauten Paulskirche und dem ehemaligen (und immer noch leerstehenden) Bundesrechnungshof zu den bedeutendsten Gebäuden der Nachkriegszeit in Frankfurt. "Eine wichtige Epoche wie die 60er Jahre, in der die Nachkriegsgesellschaft sich demokratisiert hat, dürfen wir baulich nicht auslöschen."

Ganz im Sinne der demokratischen Kontrolle findet Voigt auch, dass die Bundesbank damals in gebührender Entfernung vom Bankenviertel mit seinen heutigen Hochhaustürmen gebaut wurde. Allerdings hat die Bundesbank unter ihrem Chef Jens Weidmann heute nicht mehr so viel zu sagen wie damals. Jetzt wird die Geldpolitik vor allem im neuen Doppelturm der Europäischen Zentralbank bestimmt - der ist zumindest auch in gebührender Entfernung zum Bankenviertel im Frankfurter Ostend gebaut worden.

dpa


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