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Prozesse

Bewährungsstrafe nach Tod von Kindern in Badewanne

Etwa zehn Minuten lässt ein Mann seine Kinder allein in der Badewanne - als er zurückkommt, sind sie tot. Welche Schuld trifft ihn und wie ist der dafür zu bestrafen? Im Berufungsprozess verhängte das Landgericht Kassel eine Bewährungsstrafe.

Kassel (dpa/lhe) - Wegen des tragischen Stromtodes seiner beiden Kinder in der Badewanne ist ein 49 Jahre alter Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. In dem Berufungsprozess sah das Landgericht Kassel am Donnerstag die fahrlässige Tötung als erwiesen an. "Das Maß der Pflichtwidrigkeit war hoch. Die Folge ist schrecklich", sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Aber der Angeklagte sei selbst hart getroffen durch den Tod der Kinder "und er weiß, dass er die Verantwortung trägt".

Das vierjährige Mädchen und der sechsjährige Junge lebten bei der Ex-Frau des Angeklagten in Hamburg. Der Mann hatte die beiden Kinder am 10. November 2013 in Kassel zu Besuch und ließ sie alleine in der Badewanne zurück. Er war auf dem Weg zum Bahnhof, um sich über Abfahrtszeiten für Züge nach Hamburg zu informieren, kehrte aber um. In dieser Zeit fiel ein eingeschalteter Rasierapparat in die Badewanne, die Kinder starben. 

Das Amtsgericht Kassel hatte den Angeklagten im Mai 2015 zu drei Jahren Haft verurteilt, dagegen legte der Mann Berufung ein. Die Verteidigung hatte am Donnerstag beantragt, die Strafe ganz oder aber zumindest zur Bewährung auszusetzen. "Es war ein tragischer Unglücksfall, der beide Elternteile in große Verzweiflung gestürzt hat", sagte der Verteidiger. Der Vater fühle sich moralisch verantwortlich. "Die Verwerfbarkeit aber ist so gering, dass eine Ahndung nicht nötig ist", betonte der Verteidiger. Nach dem Vorfall war der Angeklagte für mehrere Monate in einer psychiatrischen Klinik.

Die Staatsanwaltschaft dagegen forderte wie die Nebenklage, die Berufung zu verwerfen. Die ursprüngliche Strafe von drei Jahren Haft sei tat- und schuldangemessen, sagte die Staatsanwältin. Der Angeklagte habe die Sorgfaltspflicht gegenüber den Kinder erheblich verletzt.

Das Gericht warnte vor überzogenen Erwartungen in einem solchen Prozess. "Wir können mit einem Urteil nichts wieder gutmachen", betonte der Richter.

dpa


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