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Theater

Bad Hersfelder Festspiel-Bilanz: 290 000 Euro Lücke in Bilanz

Nächster Schlag für die Bad Hersfelder Theater-Festspiele: Die Saison ist nach städtischen Angaben unter dem Strich mit einem Minus zu Ende gegangen. Das Defizit liege bei mehr als 290 000 Euro.
Die Stadt lobt die Qualität Holk Freytags Inszenierungen.

Die Stadt lobt die Qualität Holk Freytags Inszenierungen.

© Uwe Zucchi/Archiv

Bad Hersfeld. Der Wirtschaftsplan habe Einnahmen in Höhe von rund 3,18 Millionen Euro vorgesehen. Erzielt worden seien aber nur etwa 2,89 Millionen Euro. Das Ergebnis entspreche nicht den Erwartungen, bewertete die Stadt in einer ersten Bilanz vom Freitag.

Die Besucherzahlen hätten sich nur leicht verbessert. Sie lagen in der am Sonntag beendeten Saison bei 87 333. Das seien 829 mehr als im Vorjahr. Die Stadt lobte in der Bilanz allerdings die "hohe Qualität der Inszenierungen" des entlassenen Intendanten Holk Freytag.

Der wegen eines eskalierten Streits um die Festspiel-Finanzen geschasste Intendant sagte der dpa: "Wenn die Stadt die Festspiele kaputt redet, muss man sich nicht wundern. Viele Menschen sind wegen der Unruhe nicht gekommen. Das Bilanz-Minus ist hausgemacht." Das Defizit muss nun aus dem städtischen Haushalt beglichen werden.

Freytag betonte aber: "Es ist von der Stadt immer finanziell nachgeschossen worden. Das ist ein strukturelles Problem. Ich bin aber nicht angestellt worden, um Haushaltsansätze zu erfüllen, sondern um gutes Theater zu machen. Und wir hatten künstlerisch eine super Saison mit tollen Kritiken."

Er habe wegen seines Rauswurfs einen Anwalt eingeschaltet, sagte Freytag. In Kürze werde die Klageschrift eingereicht. Er betonte, er habe sich wegen seines umstrittenen Programm-Konzepts für 2015 nichts vorzuwerfen: "Es gab keine Rechenfehler." Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) wirft ihm vor, den Finanzrahmen nicht eingehalten zu haben. Wer die Saison im Sommer 2015 künstlerisch leitet, ist ungewiss. Fehling ist auf Intendantensuche.

Von den fünf Stücken in der Stiftsruine schnitt das Familienstück "Don Quijote" mit einer Auslastung von 48 Prozent am schlechtesten ab. Bei den Neuinszenierungen lag "Die Wanderhure" mit 80 Prozent am besten. Das Musical "Kiss me Kate" kam auf knapp 77 Prozent. Das Schauspiel "Maria Stuart" nach der Regie von Freytag war zu 60 Prozent ausverkauft. Die insgesamt 7 Produktionen wurden in 104 Aufführungen innerhalb von sieben Wochen an drei Orten aufgeführt.

dpa


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