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Prozesse

Auto in Gegenverkehr gelenkt: Mann bleibt in Psychiatrie

Am ersten Weihnachtsfeiertag fährt ein junger Mann absichtlich mit einem Wagen gegen ein entgegenkommendes Auto. Ein 76-Jähriger wird schwer verletzt. Grund für den Unfall sei eine Krankheit, urteilt das zuständige Landgericht. Der Geisterfahrer bleibt in der Psychiatrie.
Der Eingang des Landgerichts und Amtsgerichts in Darmstadt.

Der Eingang des Landgerichts und Amtsgerichts in Darmstadt.

© Christoph Schmidt/Archiv

Darmstadt. Der Geisterfahrer aus dem Odenwald muss in einer Psychiatrie bleiben. Zudem entzogen die Richter dem wegen versuchten Mordes angeklagten 20-Jährigen am Dienstag die Fahrerlaubnis für drei Jahre und erklärten ihn für schuldunfähig. Grund für den Zusammenstoß sei eine psychische Krankheit gewesen, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Darmstadt - "kein Zweifel". Der 20-Jährige befindet sich seit dem Unfall in einer Forensischen Psychiatrie im nordhessischen Haina (Kloster).

Am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages hatte der junge Mann die Autoschlüssel seiner Mutter genommen. Knapp zehn Minuten später fuhr er nicht angeschnallt auf der Bundesstraße mit ihrem Wagen absichtlich gegen ein entgegenkommendes Auto. Dessen Fahrer, ein 76-jähriger Pfarrer im Ruhestand, konnte nicht mehr ausweichen. Er brach sich mehrere Knochen; der 20-Jährige verletzte sich nur leicht.

Vor Gericht legte der Geisterfahrer ein Geständnis ab. Schon in der zehnten Klasse habe er an Depressionen gelitten. "Mir war damals nicht bewusst, dass dies noch einmal passieren könnte." Doch im Spätsommer vergangenen Jahres sei er erneut depressiv geworden. Er kam in eine Psychiatrie. "Das hat aber nichts gebracht."

Schließlich entschied er sich, sich umzubringen, in dem er mit einem anderen Auto zusammenstößt. Kurz vor Heiligabend holte ihn seine 47-jährige Mutter aus der Klinik ab. Sie habe gedacht, ihr Sohn sei auf einem guten Weg, berichtete sie vor Gericht. "Er hat auf mich einen guten Eindruck gemacht." Zwei Tage später geschah der Unfall.

Auch das Unfallopfer sagte am Dienstag als Zeuge aus. Der 76-jährige Mann humpelte dafür zum Pult. Er sei mit dem Auto auf dem Weg zu einem Gottesdienst gewesen, als das Unglück geschah. Einsatzkräfte der Feuerwehr befreiten ihn aus dem Fahrzeug, er musste für mehrere Wochen ins Krankenhaus. "Der Herrgott hat mich beschützt", sagte er.

Für den Unfallfahrer empfinde er keine Wut: "Warum sollte ich mich aufregen? Das würde auch nichts ändern." Als der 76-Jährige seine Aussage beendete, erhob sich der Geisterfahrer und sagte, dass es ihm leid tue. Die beiden umarmten sich. Später nickte der Pfarrer dem 20-Jährigen zu und zeigte ihm den Daumen. Nachdem ein Journalist ihn fotografiert hatte, sagte der ältere Herr, er sei doch "nichts Besonderes". Der Vorsitzende Richter betonte am Ende der Verhandlung jedoch, dass man solche Szenen kaum vor Gericht erlebe.

dpa


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