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"Aufs Maul geschaut": Grimmwelt-Schau nimmt Luther wörtlich

Schon mal Martin Luther um Rat gefragt? In der neuen Ausstellung der Grimmwelt Kassel zu Luther und den Brüdern Grimm ist das möglich - per SMS.
Die Grimmwelt in Kassel zeigt im Rahmen einer Sonderausstellung eine Installation.

Die Grimmwelt in Kassel zeigt im Rahmen einer Sonderausstellung eine Installation.

© Uwe Zucchi

Kassel. Mit Luther per SMS chatten oder Buchstaben fühlen - in der Grimmwelt Kassel wird den Brüdern Grimm und Martin Luther in einer neuen Ausstellung genau "aufs Maul geschaut". Zu insgesamt elf Redewendungen werden spielerische Installationen gezeigt - von "Alles hat seine Zeit" über "Im Dunkeln tappen" bis zum "Buch mit sieben Siegeln".

"Überall gibt es Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden", sagte Grimmwelt-Leiterin Susanne Völker am Mittwoch bei der Vorstellung der Schau "Aufs Maul geschaut. Luther und Grimm wortwörtlich" (16. Juni bis 31. Oktober). Luther habe die deutsche Sprache geprägt, und dies habe sich im Wirken der Brüder Grimm gespiegelt. Die Brüder Grimm sind als Märchensammler weltberühmt, sie waren aber auch akribische Sprachforscher. Abseits von Märchen wolle die Grimmwelt "auch nicht so bekannte Aspekte des Werks der Brüder Grimm zeigen", sagte Völker.

"Sein Scherflein beitragen" kann der Besucher in einem SMS-Chat mit Luther. Über Signalwörter reagiert dieser auf die SMS mit seinen Zitaten aus dem Wörterbuch der Brüder Grimm. Die Antwort kommt ebenfalls per SMS, sie wird aber auch in die Installation eingearbeitet und an eine Wand projiziert. In einer Klanginstallation werden Wörter in einzelne Buchstaben geteilt, deren Klang man spüren kann, wenn man sich vor entsprechende Tonplatten stellt.

Kurator Friedrich Block betonte, Luther habe viele Wörter geprägt, vor allem Redewendungen, die dann 300 Jahre später von den Brüdern Grimm in ihr Deutsches Wörterbuch übernommen worden seien. "Die haben wir aufgegriffen und inszeniert."

Anlass der Schau ist das 500-jährige Bestehen der Reformation im kommenden Jahr. Wilhelm und Jacob Grimm lebten mit Unterbrechungen zwischen 1798 und 1841 in Kassel. Dort sammelten sie ihre Kinder- und Hausmärchen und begannen die Arbeit an ihrem Wörterbuch.

dpa


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