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Steffen Hallaschka hat am Mittwoch seine Premiere bei „stern TV“

Jauch-Nachfolger Steffen Hallaschka hat am Mittwoch seine Premiere bei „stern TV“

Für den Jauch-Nachfolger wird es ernst: Steffen Hallaschka hat am Mittwoch seine Premiere bei „stern TV“. Die Redaktion ­hat ihrem neuen Aushängeschild gleich eine Topstory herangeschafft: Der ehemalige Fußballprofi René Schnitzler will detailliert über seine Rolle im Fußball-Wettskandal berichten.

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„Es gibt kein Tabu“: Steffen Hallaschka (links) überschlägt sich in diesen Tagen fast vor Begeisterung über seinen neuen Job als Günther Jauchs Nachfolger bei „stern TV“.

Quelle: dpa

„Der ist aber groß“, entfuhr es einem Kollegen von „stern TV“, als Steffen Hallaschka zum ersten Mal vorbeikam, um sich vorzustellen. Dabei sind sie es dort gewohnt, dass der Chef der Größte ist – zumindest, was die Körperlänge betrifft. Günther Jauch überragte viele Mitarbeiter seiner Produk­tionsfirma i+u, aber mit 1,98 Metern ist sein Nachfolger noch zehn Zentimeter größer. „Länger“, korrigiert der. Nicht größer. Schließlich bleibt Jauch Produzent von „stern TV“. Hallaschka wird eine Art Angestellter. Da kann ein Schuss Demut nicht schaden. Am Mittwochabend um 22.15 Uhr hat er seinen ersten Einsatz als Moderator.

Für die Premiere hat die Redaktion ­ihrem neuen Aushängeschild gleich eine Topstory herangeschafft: Der ehemalige Fußballprofi René Schnitzler (25) will detailliert über seine Rolle im Fußball-Wettskandal berichten – sowie über Morddrohungen, seine Spielsucht und zockende Bundesligaspieler. Der ehe­malige St.-Pauli-Profi hat gestanden, rund 100.000 Euro von einem Wettpaten angenommen zu haben.

Steffen wer? Nicht viele hatten NDR-Mann Hallaschka auf dem Zettel, als es um die Jauch-Nachfolge ging. Wer ist Steffen Hallaschka? Der 39-Jährige sitzt in einer kleinen Hotelsuite am Spreeufer in Berlin-Moabit. Er wirkt erschöpft, aber hoch konzentriert. Der Stress der vergangenen Wochen ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Erste Fältchen haben sich um die Augen gegraben. Steffen Hallaschka sagt, er sei zwischen zwei Baustellen hin- und hergesprungen.

Neben seiner Arbeit beim NDR in Hamburg habe er sich auf den neuen Job bei „stern TV“ vorbereitet. Ein „Once-in-a-Lifetime-Angebot“, wie er nicht ohne Stolz verrät. „Es gibt weder thematisch eine Begrenzung noch bei den Formen. Es gibt kein Tabu in dieser Sendung. Alles ist möglich.“

Da ist sie wieder, die viel zitierte „Wundertüte“, die „stern“-Herausgeber Henri Nannen gerne als Metapher für sein Magazin verwendete. Man ist geneigt, im Zusammenhang mit „stern TV“ von einem Euphemismus zu sprechen. Wundertüte klingt geheimnisvoller, als wenn man den bisweilen kruden Mix aus Service, Lebenshilfe und schicksalträchtigen Reportagen mit Talk im Studio beim Namen nennen würde. „Wundertüten?“, fragt Hallaschka. „Das waren doch diese zugeschweißten Päckchen, wo eine Handvoll Spielsachen drin sind. Ich glaube, ich habe mir die selten selber gekauft. Dazu war ich als Kind zu geizig. Man wusste ja nicht, ob man für seine 80 Pfennig am Ende auch eine reelle Gegenleistung bekommt.“

Diese Sorge plagt die Zuschauer von „stern TV“ offenbar nicht. Die Quote ist stabil. „Das hat nichts mit mangelndem Anspruch zu tun. Ich glaube, da gibt es auch kein hermetisch abzuriegelndes RTL-Publikum. Die meisten Leute zappen wie ich quer durch die Kanäle und bleiben da hängen, wo es spannend und bewegend wird.“

Mit seinem zehn Jahre älteren Bruder Andreas, eine Zeit lang Leiter des Berliner „stern“-Büros und heute Chefredakteur des Magazins „Merian“, wuchs er im hessischen Kassel in einem Lehrerhaushalt auf. Man versteht schnell, was sich die RTL-Verantwortlichen nach 21 Jahren Ein-Mann-Sause mit Jauch vom einstigen HR-Radiomann Hallaschka erhoffen. Er besitzt die Größe, hinter seine Gäste und die Inhalte seiner Sendungen zurückzutreten – egal, ob bei den ARD-Verbrauchermagazinen „Ratgeber Technik“ (ARD) und „Markt“ (NDR) oder als ­Vertretung für die „NDR Talkshow“. Er wirkt verbindlich, gelegentlich aber scheinen seine Auflockerungsversuche einen Schuss zu infantil, wie Kinderfernsehen.

Nervös? Kein Wort vom Quotendruck bei RTL. Kein Wort auch von der Angst, dass die Zuschauer den „neuen Jauch“ nicht akzeptieren könnten. Der Mann ist Optimist.

„stern TV“ | RTL
mit Steffen Hallaschka
Mittwoch, 22.15 Uhr

Antje Hildebrandt

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