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„The Book of Henry“ – Humbug vom Feinsten

Kino „The Book of Henry“ – Humbug vom Feinsten

Henry ist Dreh- und Angelpunkt der Familie Carpenter. Der hochbegabte Elfjährige entdeckt, dass seine beste Freundin von ihrem Vater missbraucht wird. „The Book of Henry“ (Kinostart am 21. September) wechselt von Komödie zu Tragödie zu Thriller, bis der Zuschauer abwinkt.

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Noch ist alles gut: Peter, Henry und Susan Carpenters (v. l. Jacob Tremblay, Jaeden Lieberher und Naomi Watts) sind eine harmonische Familie. Doch Henry bleibt nicht mehr viel Zeit.

Quelle: Universal

Hannover. Gregg Hurwitz schreibt hauptsächlich die Thriller um US-Marshal Tim-Rackley und die Chance-Rain-Zombieromane für Jugendliche. Er ist überdies studierter Spezialist (Harvard, Oxford) für die ernsteren der Shakespeare-Schauspiele. Für das Drehbuch von Colin Trevorrows „The Book of Henry“ hat er zu seinen Metiers, dem Traurigem und dem Tödlichem, noch das Witzige gepackt. Das Resultat ist die leise Komödie um einen lieben, höchstbegabten Elfjährigen (herausragend: Jaeden Lieberher), der für Mama die Familienfinanzen regelt und tödlich erkrankt, was den Film im Handumdrehen in eine hypersentimentale Tragödie verwandelt.

Erst lebensuntüchtig, dann Nachbarschaftssniper

Seine Mutter (Naomi Watts) weist er aus dem Jenseits mithilfe des titelgebenden Buchs an, den Nachbarn und Polizeichef (Dean Norris) zu töten, weil der seine Tochter und Henrys beste Freundin Cristina (Maddie Ziegler) missbraucht. Thrillertime! Die bislang eher lebensuntüchtige Frau Mama bereitet sich auf den Job als Nachbarschaftssniper vor. Was fehlt da noch? Ein Ufo könnte im Garten landen und Henry aus dem Totenreich zurückbringen, während ein angreifender feindlicher Indianerstamm den hartlebigen Sheriff mit Pfeilen spickt (denn Mama zögert im entscheidenden Moment). Dann wärs aber Monty Python.

Bis der Fiesling auf andere Weise das Zeitliche segnet, hat man über den auch noch christlich verbrämten Humbug von Hurwitz und Trevorrow – der Ort des Geschehens heißt Calvary – schon Tränen gelacht. Hier ist er also: der berühmte falsche Film. Und man ist mittendrin.

Von Matthias Halbig / RND

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