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Iraner Jafar Panahi zeigt neuen Film auf Berlinale

Trotz Verbots Iraner Jafar Panahi zeigt neuen Film auf Berlinale

Heimlich und ohne Genehmigung drehte Jafar Panahi seinen neuen Film. Der Regisseur hat in seiner Heimat Iran Berufsverbot. Bei der Berlinale feiert Panahis aus dem Land geschmuggeltes, anspielungsreiches Werk „Geschlossener Vorhang“ Weltpremiere.

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Der in seiner Heimat verfolgte iranische Regisseur Jafar Panahi konnte nicht zur Berlinale anreisen.

Quelle: dpa

Berlin . Er hat Berufsverbot, darf 20 Jahre lang keine neuen Filme drehen und auch sein Land nicht verlassen. Doch dem verfolgten iranischen Regisseur Jafar Panahi ist es trotzdem gelungen, heimlich das Drama „Geschlossener Vorhang“ („Parde“) zu drehen - und den Film zum Wettbewerb der 63. Berlinale zu schicken. Am Dienstag war Panahis Werk bei den Berliner Filmfestspielen erstmals zu sehen und wurde bei einer ersten Pressevorstellung mit Applaus aufgenommen. Der Regisseur selbst konnte erwartungsgemäß nicht zur Weltpremiere nach Berlin reisen, ihn vertrat sein Ko-Regisseur Kamboziya Partovi.

In „Geschlossener Vorhang“ treffen zwei Filmfiguren in einem von der Außenwelt isolierten Haus auf ihren Regisseur, gespielt von Panahi selbst. Realität und Fiktion vermischen sich. Vielleicht sind der Mann und die Frau, die vor Verfolgung in der Villa am Meer Zuflucht gesucht haben, die Alter Egos des Regisseurs. So wird der Film zum Symbol dafür, dass Panahi nicht zulassen will, dass das iranische Regime zum Regisseur seines Lebens wird.

Symbolisch aufgeladenes Werk

Panahis Ko-Regisseur Kamboziya Partovi („Café Transit“) spielt den Schriftsteller, der sich in den Zimmern mit den zugezogenen Vorhängen verborgen hält - zusammen mit seinem Hund, einem im Iran als „unrein“ geächteten Tier. Zu ihnen stößt eine Frau (Melika Maryam Moghadam), die angeblich bei einer verbotenen Party am Strand des Kaspischen Meers war und nun zur Rechenschaft gezogen werden soll.

Zusammen verbarrikadieren sie sich in der Villa, doch der Schriftsteller weiß nicht, ob er der Frau trauen kann. Die Fenster sind verhängt, jegliche Aussicht ist den Eingeschlossenen verwehrt - vielleicht auch die Aussicht auf eine bessere Zukunft. Von draußen sind Stimmen von Polizisten zu hören. Draußen rauscht aber auch das Meer als Sinnbild für die Sehnsucht nach Freiheit und unendlicher Weite - oder als Option für einen Selbstmord.

Der Film ist ein symbolisch aufgeladenes Werk, das die Eingeschlossenheit der von ihrer Regierung drangsalierten Menschen spürbar macht. Die Bundesregierung hatte den Iran noch am Montag aufgefordert, Panahi die Teilnahme an der Premiere seines Films zu ermöglichen. Doch erwartungsgemäß blieb sein Stuhl bei der Berlinale-Pressekonferenz, bei der die Filmemacher ihre Werke vor der Premiere stets persönlich vorstellen, leer.

Urteil zu sechs Jahren Haft im Dezember 2010

Panahi, der sich offen zur Opposition im Iran bekennt, war im Dezember 2010 von einem Revolutionsgericht in Teheran zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde bisher aber nicht vollzogen. Vor zwei Jahren ließ Panahi seinen Film „Dies ist kein Film“ auf einen USB-Stick speichern und in einem Kuchen ins Ausland schmuggeln. Die Dokumentation über sein Warten auf den Ausgang seiner Gerichtsverhandlung lief bei den Filmfestspielen von Cannes.

Über die Produktionsbedingungen von „Geschlossener Vorhang“ teilte die Berlinale nichts mit. „Wie der Film entstanden ist, das weiß ich nicht“, sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick. „Wir haben den Film über einen internationalen Vertrieb bekommen.“

2006 war Panahi mit „Offside“ über weibliche iranische Fußballfans im Berlinale-Wettbewerb und gewann dafür einen Silbernen Bären. Vor zwei Jahren war der Iraner Mitglied der Berlinale-Jury, durfte aber auch damals schon nicht nach Berlin reisen.

dpa

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