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Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen: Lage stabil

Arbeitsmarkt Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen: Lage stabil

Im Winter steigt die Zahl der Arbeitslosen - das ist auch 2017 so. Dennoch zeigt sich der Arbeitsmarkt robust, auch wenn inzwischen tausende Flüchtlinge zusätzliche Jobs suchen.

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Ein Schild in der Form eines Stoppschildes mit der Aufschrift «Jobs».

Quelle: Martin Schutt/Archiv

Frankfurt/Main. Trotz eines Anstiegs der Arbeitslosenzahl ist die Lage auf dem hessischen Arbeitsmarkt im Januar stabil geblieben. Der im Winter übliche Zuwachs sei schwächer ausgefallen als erwartet, erklärte der Leiter der Arbeits-Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, am Dienstag in Frankfurt. Es sei eine "beachtliche Leistung", wenn trotz der Zunahme von arbeitslosen Flüchtlingen die beste Januarzahl seit 24 Jahren erreicht worden sei.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg vom Dezember um gut 13 000 auf 179 124 Männer und Frauen. Das sind 3336 Personen (1,8 Prozent) weniger als im Januar 2016 und entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent nach 5,0 Prozent in den drei Monaten zuvor. Vor einem Jahr hatte die Quote noch 5,6 Prozent betragen. Die Arbeitslosenzahl steigt jedes Jahr im Januar, weil viele Jobs zum Jahresende auslaufen und wegen der Kälte in den Außenberufen kurzfristig Menschen entlassen werden.

Die Arbeitsagentur geht weiterhin von einer stabilen Entwicklung des Arbeitsmarktes in Hessen aus. Die Nachfrage der Firmen nach neuen Arbeitskräften sei unverändert hoch. Rund 47 000 offene Stellen seien den Agenturen gemeldet, rund 7,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Allerdings steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge weiter auf nun 12 270 an. Sie machen inzwischen 6,9 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen aus. Im Juni 2016 waren es erst 4,8 Prozent. Viele Geflüchtete stecken auch noch in Kursen und Unterstützungsangeboten und werden bei der sogenannten Unterbeschäftigung mitgezählt. Diese stieg in der Jahresfrist um 2 Prozent auf 235 864 Menschen. Martin geht davon aus, dass weiterhin erhebliche Fördermaßnahmen notwendig sein werden, um die Flüchtlinge in den hiesigen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Der DGB Hessen kritisierte, dass immer noch mehr als eine halbe Million Menschen in Hessen in Mini-Jobs arbeiteten. Die hessische Vorsitzende Gabriele Kailing verlangte eine grundlegende Reform dieses Sektors, der bislang weder zur Reduzierung von Schwarzarbeit beigetragen, noch als Brücke in den ersten Arbeitsmarkt gedient habe. Aus Sicht des DGB müssten Minijobs vom ersten Euro an sozialversichert sein und die Arbeitsbedingungen schärfer kontrolliert werden.

Auch die Arbeitgeber wollen den Minijob-Bereich verkleinern, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Die Jobcenter müssten Teilzeitkräfte zur Vollzeit anhalten, wenn sie diese leisten könnten, erklärte die Vereinigung hessischer Unternehmerverbände VhU. Außerdem sollten beim Arbeitslosengeld II kleine Zuverdienste voll angerechnet werden, um die Aufnahme reguläre Jobs attraktiver zu machen.

dpa

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