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Weniger Arbeitslose: Flüchtlingszustrom ohne Auswirkung

Arbeitsmarkt Weniger Arbeitslose: Flüchtlingszustrom ohne Auswirkung

Die deutsche Wirtschaft läuft rund, die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt seit über einem Jahr. Damit gehen die Arbeitslosenzahlen weiter zurück - dank des Ausbildungsbeginns besonders kräftig bei Jugendlichen.

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Die Regionaldirektion veröffentlicht heute die Arbeitslosenzahlen für Oktober.

Quelle: J.Woitas/Archiv

Frankfurt/Main. Dank der guten Konjunktur brummt der hessische Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen sank im Oktober erneut, wenn auch etwas langsamer als zuletzt. Zum Stichtag hatten sich 170 664 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Frankfurt berichtete. Das waren 2,2 Prozent weniger als im September und 3,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent.

Die aktuelle Flüchtlingsbewegung wirke sich noch nicht nennenswert auf die Arbeitslosenzahlen in Hessen aus, sagte Peter Weißler, stellvertretender Leiter der Regionaldirektion Hessen: "Vielmehr stiegen die Beschäftigtenzahlen von Menschen ohne deutschen Pass stärker an (+8,2 Prozent) als deren Arbeitslosigkeit (+3,5 Prozent)." Der hessische Arbeitsmarkt funktioniere, kurzfristig müsse man sich keine Gedanken machen.

Zumal die Nachfrage nach Arbeitskräften seit über einem Jahr stetig steige. Inzwischen liege der Bestand an offenen Stellen bei über 45 000. "Die Dauer der Arbeitslosigkeit hat sich um zehn Tage verringert, und auch die Langzeitarbeitslosigkeit geht deutlich zurück, wenn auch in erster Linie in der Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitsmarkt sendet damit positive Signale", betonte Weißler.

Im Oktober trugen besonders der Handel und das Verarbeitende Gewerbe zum Rückgang der Arbeitslosenzahlen bei, wie die Arbeitsagentur mitteilte. Das lasse auf ein stabiles Konsumklima schließen.

Im Vormonatsvergleich konnten alle Gruppen vom Rückgang der Arbeitslosenzahlen profitieren. Besonders stark sank nach den Angaben wie erwartet die Jugendarbeitslosigkeit. Sie ging dank Ausbildungs-, Schul- und Studienbeginn um 11,5 Prozent zurück. Die Zahl arbeitsloser Männer reduzierte sich um 2,1 Prozent, die der Frauen um 2,4 Prozent. Leichte Rückgänge gab es bei Ausländern (-0,6 Prozent), Älteren über 50 Jahren (-0,6 Prozent) und Langzeitarbeitslosen (-1,0 Prozent).

Der DGB Hessen-Thüringen warnte davor, Beschäftigte gegeneinander auszuspielen. "Noch wirkt sich die steigende Zahl der Flüchtlinge nicht auf den Arbeitsmarkt aus. Umso mehr müssen jetzt Instrumente und Verfahren auf den Weg gebracht werden", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Gabriele Kailing. Die Ausstattung der Arbeitsagenturen und Jobcenter sei derzeit besorgniserregend mangelhaft.

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) forderte, dass Flüchtlinge schneller in Arbeit gebracht werden müssten. Gute Chancen könne die Zeitarbeit bieten. "Fast zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer in Deutschland waren vorher ohne Beschäftigung. Jeder Fünfte hat keinen deutschen Pass", sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender. Das zeige, dass Zeitarbeit ein Integrationsinstrument sei, das endlich auch Flüchtlingen zur Verfügung stehen müsse.

dpa

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