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Verdi: Unternehmen behindert Betriebsratsgründung

Prozesse Verdi: Unternehmen behindert Betriebsratsgründung

Ein Frankfurter Kranverleih-Unternehmen hat nach Darstellung der Gewerkschaft Verdi die Gründung eines Betriebsrates massiv behindert. Mitarbeiter, die sich dafür stark gemacht hätten, seien drangsaliert und entlassen worden, sagte die zuständige Gewerkschaftssekretärin Monika Christann am Montag in Frankfurt.

Frankfurt. Das Unternehmen wies die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Der Fall beschäftigt das Frankfurter Arbeitsgericht in den kommenden Monaten gleich in mehreren Verfahren.

Mitarbeiter der Firma hatten nach Angaben von Verdi im Februar einen Betriebsrat gewählt. Dieser sei jedoch vom Unternehmen nicht anerkannt worden, Entlassungen gewählter Mitglieder folgten. Die Begründungen dafür seien "fadenscheinig", sagte Christann. "Alle, die irgendwie mit dem Betriebsrat zu tun hatten, haben Abmahnungen und Kündigungen erhalten", sagte sie.

Der Anwalt des Unternehmens, Klaus Höflich, widersprach: "Einige Mitarbeiter haben versucht, auf die Schnelle einen Betriebsrat zu gründen, um vom besonderen Kündigungsschutz zu profitieren und die Wirksamkeit einer Kündigung zu unterlaufen", sagte er. Es stimme nicht, dass der Geschäftsführer Mitarbeiter drangsaliert habe. "Er ist ein sehr freundlicher Mann. Das sagen im Übrigen auch andere Mitarbeiter der Firma."

Die Initiatoren des Betriebsrates erklärten, sie hätten mit der Gründung gegen Missstände vorgehen wollen. In der Firma herrsche ein "Klima der Angst", sagte ein Betroffener. Mehrere Beschäftigte haben gegen ihre Entlassung geklagt. Das Unternehmen wiederum will vor Gericht die Kündigung eines Mitarbeiters durchsetzen, ein entsprechender Gütetermin scheiterte am Montag. Der Geschäftsführer hat zudem die Rechtsunwirksamkeit des Betriebsrates beantragt. Es gebe berechtigte Gründe, an der Legitimität der Wahl zu zweifeln, sagte Höflich. Insgesamt sind vor dem Gericht nach Angaben von Verdi neun verschiedene Verfahren anhängig.

dpa

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