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Rekord-Streik der Lokführer: Bahnverkehr in Hessen stark ausgedünnt

Tarife Rekord-Streik der Lokführer: Bahnverkehr in Hessen stark ausgedünnt

Am ersten Tag des Rekord-Austands der Lokführer im Personenverkehr hat es in Hessen keinen Stillstand gegeben. Das Zugangebot im Fernverkehr und bei der S-Bahn Rhein-Main war allerdings stark ausgedünnt, so dass es in den verbliebenen Zügen eng wurde.

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Der Streik der GDL hat Mittwochnachmittag begonnen.

Quelle: N. Försterling/Archiv

Frankfurt/Main. "Wir mussten aber keine Fahrgäste stehen lassen. Es gab ausreichend Platz", erklärte Bahnsprecher Torsten Sälinger am Donnerstag 14 Stunden nach Beginn des insgesamt für vier Tage geplanten Ausstands. Der im Internet veröffentlichte und in die Bahn-Informationssysteme integrierte Ersatzfahrplan werde erfüllt.

Am Nachmittag sollte das Arbeitsgericht Frankfurt die Rechtmäßigkeit des bis Montag geplanten Streiks überprüfen. Die Bahn will der Lokführergewerkschaft GDL den Streik verbieten lassen und hat dazu eine Einstweilige Verfügung beantragt. Das Gericht wollte darüber mündlich verhandeln.

Im Rahmen des Streikfahrplans wurde etwa ein Drittel der Fernverkehrszüge angeboten. Die meisten S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet fuhren wie angekündigt im stündlichen Rhythmus. Eingestellt wurden die Linien S4 und S9, die weite Strecken mit anderen Linien parallel laufen.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kündigte an, der Bahn wegen des Lokführerstreiks weniger zu bezahlen. "Was nicht fährt, wird nicht bezahlt", sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Wie hoch der Betrag am Ende des Streiks sein werde, sei nicht absehbar. Täglich seien bei der Bahn Leistungen im Wert von rund einer Million Euro bestellt.

Von den Regionalzügen sollten laut Bahn rund 60 Prozent fahren. Konzernunabhängige Bahnen wurden ohnehin nicht bestreikt. In den Zügen war es erwartungsgemäß voller als sonst. So drängelten sich beispielsweise am frühen Morgen im Regionalexpress von Hanau nach Frankfurt die Pendler in den Abteilen, viele mussten in den Fluren zwischen den Sitzreihen stehen oder setzten sich kurzerhand auf Boden und Treppen. Am Hauptbahnhof in Frankfurt war es Mittags extrem ruhig: Auf jeden ratsuchenden Reisenden kamen am zentralen Infoschalter zwei Serviceleute.

Schlangen gab es hingegen morgens auf den Autobahnen rings um die Ballungszentren Frankfurt und Wiesbaden. Mehrere Unfälle bremsten die ohnehin schon stärker befahrenen Strecken im Pendlerverkehr aus. Die Frankfurter Einfallstraßen waren stärker verstopft als üblich und in der Stadt waren mehr Menschen auf dem Fahrrad unterwegs.

Wegen des geringeren S-Bahn-Verkehrs wirkte sich die Störung durch die am Mittwoch gebrochene Weiche im Frankfurter S-Bahn-Tunnel nicht weiter aus. "Dadurch, dass die S-Bahnen ohnehin nur stündlich fahren, kommt es durch die Weichenstörung voraussichtlich bis zur Behebung des Defekts zu keinen weiteren Problemen", sagte ein Bahnsprecher.

Im Güterverkehr hatte der Ausstand bereits am Mittwochnachmittag begonnen. Die GDL fordert für die Beschäftigten mehr Geld, eine kürzere Arbeitszeit und will das gesamte Zugpersonal bei Verhandlungen vertreten.

dpa

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