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Preisverfall und Überkapazitäten bei Lufthansa

Luftverkehr Preisverfall und Überkapazitäten bei Lufthansa

Die Lufthansa ist auf ihrem Kurs im ersten Quartal nicht recht vorangekommen. Die Kosten sinken zwar nicht nur für den Treibstoff, aber gleichzeitig lässt sich pro Ticket weniger verdienen.

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Lufthansa wohl mit gutem Quartal.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Frankfurt/Main. Der heftige Preiskampf im Luftverkehr hat der Lufthansa im ersten Quartal des Jahres deutlich zu schaffen gemacht. Obwohl Europas größter Luftverkehrskonzern in der Spanne 2,8 Prozent mehr Flüge angeboten und 3,6 Prozent mehr Passagiere transportiert hat, sanken die Verkehrserlöse um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ist in der Folge um 0,8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zurückgegangen, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich stand ein Verlust von 8 Millionen Euro.

Anfang 2015 hatte der Verkauf der Beteiligung an der US-Fluglinie Jetblue dem Konzern noch einen Quartalsgewinn von 425 Millionen Euro beschert, der sich so nicht wiederholen ließ.

Operativ sieht sich das Unternehmen auf Kurs, im Gesamtjahr das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) von zuletzt 1,8 Milliarden Euro weiter zu steigern. Im traditionell schwachen ersten Quartal reduzierte sich bei dieser Kennzahl der Verlust auf 53 Millionen Euro nach 167 Millionen Verlust im Vorjahresquartal. 2015 hatten Abschreibungen auf Streiks und nicht bezahlte Tickets in Venezuela das Ergebnis mit rund 100 Millionen Euro belastet.

"Wir sind solide in das neue Geschäftsjahr gestartet", erklärte Finanzchefin Simone Menne. Als besonderen Erfolg wertete sie die Senkung der Kosten abseits von Treibstoff- und Währungseffekten. Hier griffen inzwischen die Maßnahmen des vor Jahren angeschobenen Sparpakets "Score".

Das Geschäft am Himmel bleibt vom Ölpreisverfall geprägt. Lufthansa musste in den ersten drei Monaten 237 Millionen Euro weniger für den Treibstoff aufwenden als vor einem Jahr. Auf der anderen Seite führt der billige Sprit zu einem deutlichen Überangebot auf allen Strecken. Lufthansa weitet daher ihre Kapazitäten nicht so stark aus wie geplant. Die Zahl der Sitzplatzkilometer bei den Fluggesellschaften Lufthansa, Swiss, Austrian und Eurowings solle in diesem Jahr nur noch um 6,0 Prozent statt wie geplant um 6,6 Prozent steigen, kündigte Menne an.

Schärfere Einschnitte könnten die Frachttochter Lufthansa Cargo treffen, die einen Umsatzeinbruch von 22 Prozent auswies. Vor Zinsen und Steuern ergab sich ein Quartalsverlust von 19 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 52 Millionen Euro Gewinn gemacht wurden. "Der Effekt bei der Fracht ist überhaupt nicht schön. Da müssen wir überlegen, wie wir strukturell agieren", sagte dazu die Finanzchefin. Auch die Geschäftsfelder Technik und Catering lagen deutlich unter Vorjahr.

dpa

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