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Neuer Flughafen-Chef in Kassel-Calden will Vertrauen zurückgewinnen

Luftverkehr Neuer Flughafen-Chef in Kassel-Calden will Vertrauen zurückgewinnen

Die Lage ist verzwickt: Weil am Flughafen Kassel-Calden zum Airportstart vergangenes Jahr Flüge ausgefallen sind, wollen Passagiere nicht von dort starten. Und weil nur wenige dort abfliegen wollen, gibt es kaum Flüge.

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Ralf Schustereder, neuer Flughafen-Chef in Kassel-Calden.

Quelle: Uwe Zucchi

Calden. Mit gezielten Marktanalysen will der neue Flughafenchef Ralf Schustereder den umstrittenen Airport nun aus der Krise führen.

Zudem soll das Image durch regelmäßige Flüge verbessert werden, wie Schustereder, am Montag in Calden sagte. Dieses hatte 2013 vor allem durch kurzfristig ausgefallene Flüge gelitten. "Hauptaugenmerk für 2014 ist eine Stabilisierung des Flugverkehrs", sagte der 49-Jährige, der das Amt am 1. April von Maria Anna Muller übernommen hatte.

Der vor rund einem Jahr eröffnete Flughafen steht wegen geringer Passagierzahlen in der Kritik. 100 000 Passagiere waren für 2013 geplant, rund 47 000 waren es im Endeffekt. Für dieses Jahr rechnet Schustereder mit einem ähnlichen Niveau. Mit Marktanalysen will er nun herausfinden, welche Ziele für die Nordhessen interessant sind und mit den Ergebnissen auf die Fluggesellschaften zugehen. Von der Entscheidung für einen Flughafen bis zur Aufnahme der Flugverbindung vergehen aber sechs bis zwölf Monate, wie Schustereder sagte: "Was wir aktiv gestalten wollen, ist das Jahr 2015."

2013 hat der Airport einen Verlust von 6,8 Millionen Euro gemacht. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem Minus von 8,1 Millionen Euro. Die schwarz-grüne Landesregierung will aber erreichen, dass das Defizit jedes Jahr um zehn Prozent schrumpft, und den Flughafen 2017 auf den Prüfstand stellen.

Der Luftfahrtexperte Tobias Rückerl aus Schleswig-Holstein glaubt nicht an den Erfolg des Airports. "Ich sehe nicht, wo das Wachstum herkommen soll. Wenn Bedarf wäre, würde da auch jemand landen", sagte Rückerl, der mit seinem Unternehmen Fluggesellschaften in Strategiefragen berät. Er forderte, den Flughafen in einem "harten Schnitt" zu verkaufen, wenn nach drei Jahren keine Besserung in Sicht sei.

Das Problem eines millionenschweren Defizits hat nicht nur Kassel-Calden. Der Flughafen Lübeck musste im April Insolvenz anmelden, der angeschlagene Nürnberger Flughafen hat mittlerweile ein Minus im zweistelligen Millionenbetrag angehäuft. "Es hat im Luftverkehr in den letzten Jahren eine Konsolidierung stattgefunden", sagte Rückerl. Viele Gesellschaften seien verschwunden und bestehende hätten eher Flugverbindungen abgebaut. "Die Airlines brauchen nicht mehr Flughäfen." Zudem hätten auch Billigairlines erkannt, dass große Flughäfen wie Frankfurt oft besser zu vermarkten seien.

dpa

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