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Kein Sozialplan: IG Metall ruft Areva-Beschäftigte zu Warnstreik auf

Atomkraft Kein Sozialplan: IG Metall ruft Areva-Beschäftigte zu Warnstreik auf

Warnstreik am bedrohten Offenbacher Standort des Atomkonzerns Areva: Rund 500 Mitarbeiter sind am Freitag nach Gewerkschaftsangaben dem Aufruf der IG Metall gefolgt, die Arbeit niederzulegen.

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Rund 500 Mitarbeiter legten am Freitag in Offenbach die Arbeit nieder.

Quelle: David Ebener/Archiv

Offenbach. Damit will die Gewerkschaft einen Sozialtarifvertrag für die rund 700 betroffenen Beschäftigten erzwingen. Das Unternehmen, das den Standort schließen will, habe Verhandlungen dazu abgelehnt, erklärte die Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Marita Weber. Dem Betriebsrat biete man nur eine "Billiglösung" an.

Areva betonte hingegen, dass die IG Metall nur einen Teil der Mitarbeiter vertrete. Daher wolle man nur mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan verhandeln. Bis Mitte 2016 soll der Standort Offenbach dicht gemacht werden, wo bislang unter anderem die Siedewassertechnik für Atomkraftwerke entwickelt wurde. Der staatlich kontrollierte Konzern aus Frankreich hatte 2014 Verluste in Milliardenhöhe gemacht.

Mit der Verlagerung der Funktionen von Offenbach nach Erlangen und ins nahe Karlstein will Areva seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Das Unternehmen hat den Mitarbeitern Ersatzarbeitsplätze an den beiden Standorten angeboten. "Es geht nicht um Entlassungen", betonte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Doch laut IG Metall sind längst nicht alle zu einem Wohnortwechsel bereit. Ein vom Betriebsrat vorgelegtes Alternativkonzept, das den Bestand des Standortes Offenbach verlängert hätte, war vom Unternehmen abgelehnt worden.

Noch ist Offenbach der zweitgrößte Areva-Standort in Deutschland. Der Konzern hatte den Standort übernommen. Dort werden seit den 1960er Jahren Kraftwerke und Komponenten konzipiert. Vorgängerunternehmen waren AEG, KWU, Siemens und Framatom.

dpa

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