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Kassel Airport hofft auf Frachtgeschäft

Luftverkehr Kassel Airport hofft auf Frachtgeschäft

Hoffnungsanker Fracht - Terroranschläge und die geopolitische Lage haben den Tourismus zu einem unsicheren Geschäft gemacht. Der Kassel Airport setzt zum dritten Geburtstag deshalb vermehrt auf Güterflüge. Dabei soll die zentrale Lage helfen.

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Das Terminal des Kassel-Airports ist zu sehen.

Quelle: Uwe Zucchi

Kassel. Der defizitäre Kassel Airport hofft drei Jahre nach seiner Eröffnung auf ein wachsendes Frachtgeschäft. Es gebe möglicherweise ein langsameres Wachstum im Bereich der touristischen Luftfahrt, sagte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer am Montag in Calden. Grund dafür seien vor allem Terroranschläge und die  geopolitische Lage in Urlaubsländern wie Ägypten oder der Türkei. "Aber Fracht ist eine interessante Perspektive", betonte Schäfer, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens ist.

Seit November 2015 landet an sechs Tagen pro Woche ein Frachtflugzeug in Calden. 2016 könnte laut Flughafen-Chef Ralf Schustereder die beförderte Fracht von 168 Tonnen im Vorjahr auf etwa 2000 Tonnen steigen. Das Frachtgeschäft sei "ein kleines Pflänzlein, das wir züchten müssen", sagte Schustereder.

Die schwarz-grüne Landesregierung will den Airport im nächsten Jahr auf den Prüfstand stellen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Perspektive weiterentwickeln, der seine Zukunft sicherstellt", sagte Schäfer. Nach Vorgaben des Landes Hessen muss der Flughafen pro Jahr zehn Prozent weniger Miese machen. Nach 8,1 Millionen Minus im Jahr 2014 lag das Defizit im vergangenen Jahr bei rund 6,1 Millionen Euro.

2015 verzeichnete der am 4. April 2013 eröffnete KSF mehr Flüge, mehr Passagiere und mehr Frachttonnen im Vergleich zu 2014, dennoch blieben die Zahlen im Vergleich zu anderen Flughäfen bescheiden. Insgesamt wurden rund 65 000 Passagiere abgefertigt, darunter auch Abschiebeflüge mit Asylbewerbern. Für 2016 rechnet Flughafen-Chef Ralf Schustereder mit ähnlichen Passagierzahlen. "Wir haben 2015 gezeigt, dass der Flughafen seine Berechtigung hat", betonte Schustereder.

Von den ursprünglichen Planungen ist der am 4. April 2013 eröffnete defizitäre Flughafen aber weit entfernt. Für das Jahr 2020 waren 640 000 Passagiere prognostiziert worden, inzwischen geht die Zehnjahresprognose für das Jahr 2024 von nur noch 497 000 Passagieren aus. An dem Regionalflughafen sind außer dem Land auch die Stadt und der Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden beteiligt.

Die oppositionelle SPD im Landtag bemängelte, die Landesregierung gebe dem Flughafen nur einen unzureichenden Spielraum. "Die Landesregierung muss endlich (...) ein Konzept für die Ansiedlung luftfahrtaffiner Unternehmern am Flughafen entwickeln", sagte der flughafenpolitische Sprecher Uwe Frankenberger. Die Grünen, die zusammen mit der CDU an der Regierung sind, erklärten, der Flughafen dürfe nicht dauerhaft ein Millionengrab bleiben.

dpa

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