Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / -2 ° Regenschauer

Navigation:
Juristische Altlasten treffen Deutsche Bank noch härter

Banken Juristische Altlasten treffen Deutsche Bank noch härter

Rechtliche Auseinandersetzungen belasten die Deutsche Bank noch viel stärker als gedacht. Für das erste Quartal 2015 muss Deutschlands größtes Geldhaus vorsorglich noch einmal einen Aufwand für Rechtsstreitigkeiten von 1,5 Milliarden Euro verbuchen, wie die Bank am Mittwochabend in einer knappen Pflichtmitteilung bekanntgab.

Voriger Artikel
WIBank fördert Gründer: Höchstgrenze für Kleinkredite erhöht
Nächster Artikel
Bahn setzt Verhandlungen mit GDL-Konkurrenz-Gewerkschaft fort

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

Quelle: Arne Dedert/Archivbild

Frankfurt/Main. Damit dürften sich die Belastungen aus den juristischen Streitigkeiten nun auf annähernd fünf Milliarden Euro summieren.

"Trotz dieser Kosten wird die Deutsche Bank im ersten Quartal einen Gewinn ausweisen und Erträge auf annäherndem Rekordniveau verzeichnen", berichtete das Institut weiter. Details nannte die Bank nicht und verwies auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal 2015, die für kommenden Mittwoch (29. April) geplant ist.

Noch immer schlägt sich der Konzern mit mehreren tausend kleineren und größeren Fällen herum. Für drohende juristische Niederlagen hatte die Bank bislang 3,2 Milliarden Euro auf die Seite gelegt - und der Vorstand hatte nicht ausgeschlossen, dass noch etwas dazukommen könnte. "Die Belastung durch Rechtsstreitigkeiten ist nach wie vor zu hoch" , hatte Co-Chef Jürgen Fitschen im Januar gesagt.

Zu den prominenten juristischen Baustellen zählt das Thema Libor. Über Jahre manipulierten Mitarbeiter mehrerer Großbanken den wichtigen Referenzzins für das Geldgeschäft der Banken untereinander. Die Deutsche Bank hatte Ende 2013 eine EU-Strafe von 725 Millionen Euro akzeptiert. In den USA und Großbritannien steht eine Einigung noch aus.

Außerdem gehen die US-Behörden wegen Hypothekengeschäften aus Zeiten vor der Finanzkrise hart gegen Banken vor, ebenso wie wegen Geschäften mit "Schurkenstaaten" wie Iran. Zudem laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Manipulationen wichtiger Finanzzahlen - von Devisenkursen bis hin zu Preisen von Gold und Silber. Zu diesen Themen sind in den USA Sammelklagen anhängig, in denen auch die Deutsche Bank Beklagte ist.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr