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Insideraffäre: Deutsche-Börse-Chef Kengeter räumt Posten

Börsen Insideraffäre: Deutsche-Börse-Chef Kengeter räumt Posten

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter räumt Ende Dezember 2017 seinen Posten. "Der Aufsichtsrat hat den Rücktritt mit großem Bedauern akzeptiert", teilte das Unternehmen nach einer Krisensitzung des Kontrollgremiums am Donnerstag mit.

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Carsten Kengeter auf dem Parkett der Börse in Frankfurt am Main.

Quelle: Boris Roessler/Archiv

Frankfurt/Main. Wer Kengeters Nachfolger werden soll, werde "in Kürze" bekanntgegeben. Kengeter werde den Dax-Konzern solange weiter führen und habe dafür "das volle Vertrauen des Aufsichtsrats".

Seit neun Monaten ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Kengeter wegen eines lukrativen Aktiengeschäfts in Millionenhöhe aus dem Dezember 2015 - gut zwei Monate vor dem Bekanntwerden der Fusionspläne mit der Londoner Börse LSE. Der Versuch, mit der Zahlung von Geldbußen eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens zu erreichen, war Anfang der Woche am Widerstand des Frankfurter Amtsgerichts gescheitert.

Die Ermittler werfen Kengeter vor, schon im Sommer 2015 mit der LSE-Führung Gespräche über einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen geführt und das Aktiengeschäft in diesem Wissen getätigt zu haben. Aufsichtsrat, Vorstand und Kengeter persönlich hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Nun jedoch gehen die Ermittlungen weiter.

Den Verantwortlichen bei der Deutschen Börse lief die Zeit davon: Der Aufsichtsrat hatte sich darauf festgelegt, erst nach dem Abschluss aller Verfahren über eine Verlängerung von Kengeters Ende März 2018 auslaufendem Vertrag zu entscheiden.

Die Hängepartie verärgerte sowohl Mitarbeiter als auch Investoren des Dax-Konzerns. Denn schließlich hatten die Finanzaufsicht Bafin und die hessische Börsenaufsicht angekündigt, die Causa Kengeter nach Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens auch noch genauer unter die Lupe nehmen zu wollen.

dpa

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