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Hessisches Handwerk will "Berufsabitur" gegen Fachkräftemangel

Handwerk Hessisches Handwerk will "Berufsabitur" gegen Fachkräftemangel

Mit einem Berufsabitur will das hessische Handwerk mehr Gymnasiasten für eine Ausbildung im Handwerk begeistern. Neunt- oder Zehntklässler sollen innerhalb von viereinhalb Jahren Abitur und Lehre kombinieren.

Kassel. Damit solle dem Fachkräftemangel begegnet werden, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Handwerkskammern, Heinrich Gringel, am Montag in Kassel.

"Ziel ist ein Pilotprojekt zum Start des Schuljahres 2017." Es gebe Gespräche mit dem hessischen Kultusministerium. Am Ende des Projekts solle ein bundeseinheitliches Berufsabitur stehen. Denn es gebe einen echten Fachkräftemangel, betonte er. "Die Betriebe suchen händeringend nach ausbildungsreifen Auszubildenden." Zudem müsse in jedem vierten Betrieb innerhalb der kommenden zehn Jahre die Nachfolge geregelt werden. Auch dies biete Karrierechancen, sagte Gringel.

Auf der Suche spiele langfristig auch die Integration von Flüchtlingen eine Rolle, erklärte Geschäftsführer Bernhard Mundschenk. Er warnte aber vor zu hohen Erwratungen: "Flüchtlinge lösen nicht das Fachkräfteproblem von morgen, eher von übermorgen."

Das Handwerk in Hessen hat 2015 einen Umsatz von insgesamt 33,0 Milliarden Euro erwirtschaftet, das sind 1,9 Prozent mehr als 2014. Rund 343 500 Mitarbeiter sind in den 74 540 hessischen Betrieben beschäftigt. Die Zahl der Auszubildenden ging um 1,1 Prozent zurück auf knapp 25 000 zurück, davon waren 5000 weiblich. Knapp jeder achte Azubi hatte Abitur. Mit Speed-Dating-Messen an den Universitäten wirbt das hessische Handwerk zudem um Studienabbrecher.

dpa

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