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Hessens Metallindustrie will Flüchtlinge einstellen

Konjunktur Hessens Metallindustrie will Flüchtlinge einstellen

Im wichtigsten Industriezweig des Landes sind Arbeitskräfte knapp. Qualifizierte Flüchtlinge wären daher hochwillkommen. Doch bislang scheitern alle Bemühungen an bürokratischen Hürden und wohl auch an der mangelnden Qualifikation der Einwanderer.

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Hessens Metallindustrie will Flüchtlinge einstellen.

Quelle: Roland Holschneider/Archiv

Frankfurt/Main. Die hessische Metall- und Elektroindustrie will möglichst kurzfristig qualifizierte Flüchtlinge einstellen. Es sei allerdings von einem sehr niedrigen Qualifikationsniveau auszugehen, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Hessenmetall, Volker Fasbender, am Donnerstag in Frankfurt. Von der Politik forderten die Betriebe laut einer Verbandsumfrage für die Flüchtlinge vor allem bessere Sprachqualifizierung, die schnelle Erfassung der beruflichen Qualifikationen und frühzeitige Arbeitserlaubnisse.

Die Anforderungen an Auszubildende könne man aber auch für Flüchtlinge nicht herunterschrauben, sagte Fasbender. Es gebe halt keine Helfer-Jobs in der weitentwickelten und spezialisierten Industrie. Die Unternehmen seien aber bereit, die Menschen in Vorbereitungskursen an die Ausbildungsreife heranzuführen. Derzeit hätten die Unternehmen aber vor allem wegen bürokratischer Hürden noch große Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. "Wir brauchen mehr Leute, die sich um die Probleme kümmern und wir müssen auch mehr improvisieren", meinte Fasbender.

Der Verbandsfunktionär machte sich Aussagen des Arbeitsagenturchefs Frank-Jürgen Weise zu eigen, wonach wohl nur rund 10 Prozent der Bleibeberechtigten gut ausgebildet und rasch vermittelbar seien. Bis die Hälfte der Eingewanderten in Lohn und Brot stehe, könnten fünf Jahre vergehen. Hessenmetall plädierte erneut dafür, die Zahl der Flüchtlinge zu verringern und über ein Einwanderungsgesetz stärker auf die beruflichen Qualifikationen zu achten.

Die Einstellungschancen stehen grundsätzlich nicht schlecht, denn eine steigende Zahl von Unternehmen berichtete über Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften und Akademikern. Aktuell sei die Belegschaft in den Betrieben allerdings um 0,5 Prozent auf 212 500 Beschäftigte gefallen. Beim Umsatz geht Hessenmetall für 2015 von rund 56 Milliarden Euro aus, was dem Vorjahreswert entsprechen würde. Die durchschnittliche Umsatzrendite von 3,6 Prozent sei aber gerade für kleinere Betriebe zu gering, um die notwendigen Investitionen zu tätigen, sagte Fasbender. Schleichend würden so Investitionen in ausländische Tochterunternehmen verlagert.

dpa

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