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Geschäftsführer Schustereder verlässt Kassel Airport

Luftverkehr Geschäftsführer Schustereder verlässt Kassel Airport

Paukenschlag beim defizitären Kassel Airport: Geschäftsführer Schustereder geht. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue-Verdachts. Sein Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen.

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Ralf Schustereder hört als Chef des Regionalflughafens Kassel-Calden auf.

Quelle: Uwe Zucchi/Archiv

Calden/Kassel. Der krisengeschüttelte Regionalflughafen Kassel Airport bekommt zum 1. April einen neuen Chef. Der bisherige Prokurist Lars Ernst (42) wird Nachfolger von Geschäftsführer Ralf Schustereder. Wie der Flughafen am Montag mitteilte, entsprach der Aufsichtsrat dem Wunsch Schustereders, den seit April 2014 laufenden Vertrag früher zu beenden. Ernst könne vom ersten Tag an in neuer Funktion daran arbeiten, die Chancen, die sich dem Kassel Airport bieten, auch umzusetzen, sagte der Aufsichtsratschef des Flughafens, Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU).

Gegen Schustereder ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel wegen des Verdachts der Untreue. Es geht unter anderem um eine mögliche Finanzierung von Flugreisen für eine Mitarbeiterin einer ägyptischen Gesellschaft durch die Flughafen GmbH.

Der am 4. April 2013 eröffnete Regionalflughafen ist von seinen ursprünglichen Planungen weit entfernt. Die Zehnjahresprognose geht für das Jahr 2024 von 497 000 Passagieren aus. 2015 waren es rund 65 000, zwischen Januar und Oktober 2016 nur 53 332 Fluggäste. Die schwarz-grüne Landesregierung will den Flughafen im zweiten Halbjahr 2017 auf den Prüfstand stellen.

Schustereder habe trotz Widrigkeiten unbeirrt am Erfolg des Kassel Airport gearbeitet, erklärte Schäfer. "Die Ausgangsbasis für das Jahr 2017 ist besser denn je. Der Zeitpunkt für einen Wechsel in der Geschäftsführung ist nun genau richtig." Der Flughafen hat derzeit keinen Winterflugplan, im Sommer wird aber eine Maschine der Sundair in Calden stationiert, zudem konnte Kassel Airport kürzlich einen weiteren Frachtkunden gewinnen.

Die Grünen kritisierten in Wiesbaden, die Probleme des Flughafens blieben bestehen. Ob es gelinge, dauerhaft einen touristischen Flugverkehr zu etablieren, hänge vor allem von der Lage auf dem Reisemarkt und der Nachfrage in Nordhessen ab, erklärte die Abgeordnete Karin Müller.

dpa

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