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Frühlingshoffnung für den Hahn: Verkauf bis April geplant

Luftverkehr Frühlingshoffnung für den Hahn: Verkauf bis April geplant

Neuer Eigentümer des Flughafens soll die deutsch-chinesische Firmengruppe ADC/HNA werden. Rheinland-Pfalz tritt nun in die abschließenden Verhandlungen mit diesem Bieter ein.

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Der Flughafen Hahn.

Quelle: Andreas Arnold/Archiv

Mainz. Der Hunsrück-Flughafen Hahn soll bis Ende April in privater Hand sein: Das Land Rheinland-Pfalz will bis dahin mit der deutsch-chinesischen Firmengruppe ADC/HNA zu einem Kaufabschluss kommen, wie Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Mainz mitteilte. Der Käufer will den Flugbetrieb fortführen und den Flughafen mittel- bis langfristig in schwarze Zahlen führen.

"Es sind eine Reihe von Bedingungen noch abzuarbeiten", sagte der Berater Martin Jonas vom Wirtschaftsberatungsunternehmen Warth & Klein Grant Thornton über die abschließenden Verhandlungen. Bis Mitte Februar werde die Unterzeichnung eines Kaufvertrags mit der ADC GmbH in Deidesheim in der Pfalz und mit der chinesischen Luftverkehrsgruppe HNA angestrebt. Nach der Erfüllung letzter Bedingungen könne die Flughafengesellschaft FFHG dann von Rheinland-Pfalz und dem bisherigen Mitgesellschafter Hessen an die neuen Eigentümer gehen. 

Zu den abschließenden Bedingungen gehört auch die Verabschiedung eines Gesetzes zum Verkauf des Flughafens. Die Arbeit daran habe bereits begonnen, sagte Lewentz.

Von den zuletzt noch drei verbliebenen Bietern habe ADC/HNA den höchsten Kaufpreis geboten, sagte Jonas. Der Kaufpreis sei positiv, auch nach Abzug des Gesellschafterdarlehens. Ein Scheitern wie im Sommer vergangenen Jahres werde es nicht geben, weil der Vertrag erst unterschrieben werde, wenn das Geld auf dem Konto eingetroffen sei.

Bei den nun unerlegenen Bietern soll es sich um das US-chinesische Konsortium Henan American Machinery und die kasachische MG Holding handeln. Ein Bieter soll die geforderte Sicherheitsleistung zurückerhalten, der Bieter mit dem zweitbesten Angebot könnte theoretisch noch zum Zuge kommen. 

Die Bietergemeinschaft ADC/HNA hat nach Angaben des Beraters erklärt, dass 51 Prozent der Gesellschaft an HNA und 49 Prozent an ADC gehen sollen. Der neue Käufer werde als glaubwürdig eingeschätzt. Jonas verwies darauf, dass HNA der größte Anbieter von Bordverpflegung und von Flughafen-Management-Dienstleistungen sei. HNA wolle wöchentlich jeweils drei Passagier- und drei Frachtflüge zwischen dem Flughafen Hahn und China einrichten. 

Während des gesamten Verkaufsprozesses habe es einen engen Kontakt zur EU-Kommission gegeben, erklärte Jonas. Nun sei geplant, dass ADC/HNA der EU einen Business-Plan vorlege. Dies ist Voraussetzung, um auch weiter Betriebsbeihilfen zu bekommen, die bis 2024 möglich sind.

Die ADC begrüßte die Entscheidung. "Wir haben das erhofft und auch ein bisschen erwartet, weil wir denken, dass wir das für den Flughafen sinnvollste und nachhaltigste Konzept haben", sagte ADC-Geschäftsführer Siegfried Englert der Deutschen Presse-Agentur. Er ist ein ehemaliger rheinland-pfälzischer Wirtschaftsstaatssekretär. Die ADC sei sehr daran interessiert, den Flugbetrieb auf dem Hahn weiterzuentwickeln. "Wenn wir das jetzt zu einem positiven Abschluss bringen, könnte das zu einem guten Ende kommen, auch für die Region."

Der zunächst geplante Verkauf an die Shanghai Yiqian Trading (SYT) war im Juli 2016 geplatzt, weil das chinesische Unternehmen mit einer Teilzahlung für Grundstücke im Verzug war und laut Ministerium einen gefälschten Bankbeleg vorgelegt hatte. Die zunächst für den Verkaufsprozess beauftragte Beratergesellschaft KPMG hatte für den Verkauf grünes Licht gegeben. Sie hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vorgeworfen, dass sie auf die Gesellschaft Zeitdruck ausgeübt und sich über Bedenken hinweggesetzt habe. Dreyer hatte Fehler eingeräumt, aber den Vorwurf zurückgewiesen, persönlich Zeitdruck ausgeübt zu haben. Im Juli überstand sie im Landtag ein Misstrauensvotum der CDU-Opposition.

dpa

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