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Ex-Fraport-Manager Schustereder neuer Chef in Kassel-Calden

Luftverkehr Ex-Fraport-Manager Schustereder neuer Chef in Kassel-Calden

Ein ehemaliger Manager des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport soll den defizitären Regional-Airport Kassel-Calden wettbewerbsfähig machen. Der Aufsichtsrat teilte am Mittwoch in Kassel mit, dass Ralf Schustereder neuer Chef wird.

assel. Der 49-Jährige tritt die Nachfolge der abberufenen Geschäftsführerin Maria Anna Muller an.

Die Trennung von der Managerin nach nur 18 Monaten hatte der Aufsichtsrat am Wochenende mitgeteilt. Grund: unerfüllte wirtschaftliche Erwartungen an den vor knapp einem Jahr eröffneten Flughafen. Wegen zu geringer Passagierzahlen erwartet Kassel-Calden im Jahr 2013 ein Defizit von sechs bis sieben Millionen Euro.

Schustereder werde am 1. April die Aufgabe übernehmen, in einem nicht ganz einfachen ökonomischen Umfeld den Geschäftsbetrieb des Kasseler Flughafens weiter auszubauen und insbesondere zusätzliche Flugangebote zu akquirieren, hieß es vom Aufsichtsrat.

Der hessische Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Schäfer (CDU) zeigte sich "sehr froh einen Manager für diese wahrlich herausfordernde Aufgabe gewonnen zu haben". Er sei zuversichtlich, dass es Schustereder gelinge, den Flughafen in seiner Entwicklung voranzubringen. Schäfer betonte aber: "Er ist genauso wenig Zauberer, wie jeder andere von uns auch, aber er bringt die Expertise für einen erfolgreichen Weg mit."

Angesichts der Kritik zur geringen Auslastung des Airports sagte Schäfer: "Kassel-Calden ist ja nicht in erster Linie gebaut worden, um touristische Nachfrage nach Flügen nach Mallorca, Teneriffa oder sonst wohin zu erfüllen. Die kann man in der Tat auch von anderen Flughäfen bedienen." Der Airport sei wichtig gewesen als "Lückenschluss für die Verkehrsinfrastruktur Nordhessens."

Der CDU-Verkehrsexperte Dirk Landau betonte, die schwarz-grüne Koalition bekenne sich zu dem Airport. Das Defizit des Flughafens müsse aber so bald wie möglich verringert werden. Ähnlich äußerten sich die Grünen: "Wir können es uns nicht erlauben, ein millionenhohes Betriebsdefizit dauerhaft und größtenteils aus Steuermitteln zu finanzieren", betonte die Abgeordnete Karin Müller.

Die SPD forderte die Landesregierung auf, bei der Zukunftsgestaltung des Flughafens an einem Strang zu ziehen. Der Airport sei ein wichtiger Baustein für die nordhessische Regionalentwicklung, erklärte der Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Günter Rudolph. Die Linken-Politikerin Marjana Schott sagte dagegen: "Den Flugplatz Kassel-Calden zum Regionalflughafen auszubauen, war ein Nonsens-Projekt, für das die schwarz-gelbe Landesregierung in den letzten Jahren leider fast 300 Millionen Euro an Steuergeldern zum Fenster hinaus geworfen hat."

dpa

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