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Deutscher Bank drohen wegen Libor-Skandals weiter Konsequenzen

Im Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze drohen der Deutschen Bank auch nach dem Rücktritt von Co-Chef Anshu Jain noch Konsequenzen der Finanzaufsicht Bafin.
Co-Chef Anshu Jain hatte seinen Rücktritt zum 30. Juni bekannt gegeben.

Co-Chef Anshu Jain hatte seinen Rücktritt zum 30. Juni bekannt gegeben.

© Arne Dedert/Archiv

Frankfurt/Bonn. Ein Behördensprecher sagte am Montag, dass sogenannte aufsichtsrechtliche Maßnahmen möglich seien. Das könnte bedeuten, dass das größte deutsche Geldhaus zu Umstrukturierungen verpflichtet wird, damit sich früheres Fehlverhalten nicht mehr wiederholen kann.

Die "Financial Times" (FT) hatte am Samstag aus einem Schreiben der Bafin-Kontrolleurin Frauke Menke an die Bank zitiert. "Ich sehe die Verfehlungen, wegen derer Herr Jain beschuldigt wird, als schwerwiegend an", schrieb Menke demnach. Jain habe etwa durch eine Veränderung der Sitzordnung im Handelssaal ein Umfeld geschaffen, "das eine Ausnutzung von Interessenskonflikten förderte". Zudem verdächtige die Bafin Jain, bei der Aufklärung der Vorwürfe getäuscht zu haben. Die Finanzaufsicht wollte sich zu dem Schreiben nicht äußern. Die Deutsche Bank wies die Darstellung zurück.

Jain hatte seinen Rücktritt zum 30. Juni erklärt. Nach Bankangaben hat der Schritt nichts mit den Bafin-Ermittlungen zu tun. Die Verwicklungen in die Zinsaffäre haben das Institut bereits rund drei Milliarden Euro an Strafen gekostet.

Derweil ruft der Bafin-Bericht laut "FT" (Montag) nun auch die New Yorker Finanzbehörde DFS auf den Plan. Sie untersuche mögliche Manipulationen beim Derivate-Referenzwert Isdafix. Demnach soll die Bafin in ihrem Bericht festgestellt haben, dass ein Händler der Deutschen Bank zum Nachteil der Fondsgesellschaft Pimco 2010 bei diesem Referenzwert getrickst hat. Beim Isdafix laufen bereits von anderen Behörden Ermittlungen gegen zahlreiche Investmentbanken.

dpa


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