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Deutsche Börse und London Stock Exchange wollen fusionieren

Die Deutsche Börse sucht schon länger Partnerschaften mit anderen großen Handelsplätzen. Nachdem der Konzern unter anderem in den USA nicht zum Zug kam, gibt es nun Fusionsgespräche mit der Börse London.
A1ktienhändler sitzen am 04.01.2016 in Frankfurt am Main vor ihren Monitoren.

A1ktienhändler sitzen am 04.01.2016 in Frankfurt am Main vor ihren Monitoren.

© Alexander Heinl

Frankfurt/London. Im Wettstreit mit der starken Konkurrenz an anderen Finanzplätzen will die Deutsche Börse mit der Londoner Börse zusammengehen. Der seit Frühjahr 2015 amtierende Chef Carsten Kengeter plant eine Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

Bei dem Zusammenschluss auf Augenhöhe würden die Aktionäre der Deutschen Börse mit 54,4 Prozent am neuen Gemeinschaftsunternehmen die Mehrheit halten. Auf die Anteilseigner des Londoner Börsenbetreibers sollen die übrigen 45,6 Prozent entfallen.

Die Nachricht ließ den Börsenkurs beider Unternehmen steil nach oben schießen; Die Papiere der Deutschen Börse stiegen um mehr als 8 Prozent, die der LSE sogar um rund 20 Prozent.

Die Führungsetagen beider Unternehmen "bestätigen, dass sie in detaillierten Diskussionen über eine möglichen Fusion unter Gleichen" seien, teilte die LSE am Dienstag mit. Ziel sei es, eine gemeinsame Dachgesellschaft zu bilden. Wenn es zu einer Übereinkunft kommt, sollen die Anteilseigner der britischen und der deutschen Börse ihre Aktien gegen Anteile des neuen Gemeinschaftsunternehmens eintauschen.

Die Deutsche Börse hatte bereits vor einigen Jahren mehrere Fusionen angestrebt, die sich aber nicht realisieren ließen. Vor dem Aus für die Fusion mit der New York Stock Exchange (NYSE) waren frühere Pläne zur Übernahme der LSE und zur Übernahme der Vierländer-Börse Euronext geplatzt. Die Deutsche Börse hatte sich zuletzt anders orientiert und suchte ihr Heil vor allem in kleineren Partnerschaften in Asien.

Europas oberste Wettbewerbshüter hatten im Februar 2012 den geplanten Zusammenschluss der Frankfurter mit der New Yorker Börse wegen kartellrechtlicher Bedenken untersagt. Beide Konzerne wollten den weltgrößten Börsenbetreiber schmieden. Brüssel fürchtete aber ein Quasi-Monopol auf dem Markt für europäische Finanzderivate.

"Wir sind entschlossen, die Nummer eins oder zwei in allen Geschäftsbereichen zu werden, in denen wir operativ tätig sind", sagte Kengeter am vergangenen Donnerstag bei der Bilanzvorlage.

dpa


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