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Banken

DZ und WGZ fusionieren zu gemeinsamer Zentralbank

Ein jahrelanges Ringen hat ein Ende: DZ und WGZ tun sich zusammen. Damit bekommen die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland ein gemeinsames Spitzeninstitut. Allerdings fallen bei der Fusion auch Hunderte Jobs weg.
Hans-Bernd (WGZ Bank) und Wolfgang Kirsch (DZ Bank).

Hans-Bernd (WGZ Bank) und Wolfgang Kirsch (DZ Bank).

© Boris Roessler/Archiv

Frankfurt/Main. Nach fast einem halben Dutzend erfolgloser Anläufe ist es soweit: Die letzten beiden verbliebenen genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ (Frankfurt) und WGZ (Düsseldorf) schließen sich zur Zentralbank für Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken zusammen. An diesem Montag (1.8.) geht das neue Institut unter dem Namen "DZ Bank. Die Initiativbank" an den Start.

Gemessen an der Bilanzsumme von knapp 500 Milliarden Euro entsteht Deutschlands drittgrößte Geschäftsbank nach Deutscher Bank und Commerzbank. Etwa 700 der zuletzt etwa 5600 Vollzeitstellen der beiden Häuser fallen in dem Gemeinschaftsunternehmen weg. Das entspricht etwa 1000 Menschen. Mitte Juli einigten sich Vorstände und Betriebsräte auf einen Sozialplan. So sollen beispielsweise Mitarbeiter, die an einen anderen Standort wechseln, finanziell unterstützt werden. Binnen drei Jahren wollen die Institute den Abbau von Doppelstrukturen abschließen.

Die Partner erwarten durch die Fusion, die einmalig etwa 250 Millionen Euro Kosten verursacht, ab 2020 ein jährliches Einspar- und Ertragspotenzial von 100 Millionen bis 175 Millionen Euro. Auch die Gewinnziele in einem umkämpften Markt sind ehrgeizig. "Wir streben für das fusionierte Unternehmen einen Vorsteuergewinn in einer Bandbreite von 1,8 Milliarden bis 2,1 Milliarden Euro jährlich an", sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch im Juni. Kirsch wird das neue Institut führen, der bisherige WGZ-Chef Hans-Bernd Wolberg wird sein Stellvertreter.

Wachsen wollen die DZ und die deutlich kleinere WGZ gemeinsam vor allem in Deutschland - etwa im Geschäft mit dem Mittelstand. "Wir haben den Riesenvorteil, dass wir komplementäre Marktgebiete haben", hatte Kirsch gesagt. "Im Grunde ist die Fusion die Vollendung eines gemeinsamen Marktauftritts."

In der Vergangenheit waren Fusionsversuche auch deshalb gescheitert, weil auf WGZ-Seite die Sorge groß war, als Juniorpartner der deutlich größeren DZ Bank unter die Räder zu kommen. Die DZ Bank betreute Ende 2015 in fast ganz Deutschland 841 Volks- und Raiffeisenbanken, die WGZ 180 in Nordrhein-Westfalen und Teilen von Rheinland-Pfalz. Bei der DZ Bank AG standen 4312 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste, bei der WGZ Bank AG 1299. Ende Juni hatten die Volks- und Raiffeisenbanken als Eigentümer der beiden Institute mit jeweils fast 100 Prozent Zustimmung für die Fusion votiert.

dpa


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